Konsumenten gegen Kontroll-Technologien

CASPIAN steht für Consumers Against Supermarket Privacy Invasion and Numbering und kümmert sich um neue Technologien im Konsumbereich.

Dieser Widerstand ist international, wie die letzte Veröffentlichung auf spychips.com zeigt:

Spanish-Speaking Countries Warned About RFID
“Spychips” Translation Released Today

A Spanish-language version of the award-winning book “Spychips: How Major Corporations and Government Plan to Track Your Every Move with RFID” is being released today in Latin American countries including Mexico, Colombia, Panama, Venezuela, and Chile. The inital distribution will be to Christian bookstores, with general distribution to follow later this summer. The controversial work about the downsides of Radio Frequency Identification was originally published in English by American authors Katherine Albrecht and Liz McIntyre.

Neues Buch zu Ãœberwachung in unserem Alltag

Hier ist mal was zum Lesen. Es erscheint zwar erst im Herbst… also ist dieses nur ein Hinweis zum Merken für später. Die Surveillance Studies etablieren sich weiter… im Moment verstärkt leider nur außerhalb Deutschlands… aber wird sich auch hier langsam ändern..

Surveillance and Security: Technological Politics and Power in Everyday Life

Edited by Torin Monahan (Routledge, 2006)
ISBN: 0415953936

This book critically investigates the politics of surveillance technologies in everyday life. From biometric technologies at airports and borders, to video surveillance in schools, to radio frequency identification (RFID) tags in hospitals, to magnetic-strips on welfare food cards ˆ surveillance technologies integrate into all aspects of modern life, but with varied effects for different populations.

Contributors include: Peter Adey, Heather Cameron, Nancy Campbell, Simon Cole, Lane DeNicola, Aaron Doyle, Virginia Eubanks, Jill Fisher, Laura Huey, Institute for Applied Autonomy, Cindi Katz, Andrew Lakoff, David Lyon, Gary Marx, Torin Monahan, Henry Pontell, Irma van der Ploeg, Kevin Walby, and Langdon Winner.

Bild-Verschlüsselungen für Kameras

Ein Entwicklung einer schweizer Firma verschlüsselt alle Personen auf den Bildern einer Videokamera. Nur Befugte mit dem entsprechenden Zugangsschlüssel können sich diese Bilder dann ansehen…. es würde auf jeden Fall das spannen und bloße Beobachten der Kameraoperateure erschweren oder gar verhindern, wenn auch das generelle Problem der Kamerapräsenz im öffentlichen Raum (oder sonstwo) nicht beseitigen… aber es scheinen doch auch Techniker sich der Folgen und Auswirkungen von Kameras bewusst zu sein und kleine Abhilfen gegen allzu grobe Versuchungen und Mängel der Kameras schaffen… auch wenn dabei noch jede Menge Fragen offenbleiben… wer hat die Schlüssel, was passiert damit… und was bedeutet so eine Verschlüsselung für die Zukunft der Videoüberwachung… demokratischer, verschlossener – haben wir auch einen Zugriff darauf… ???

The New Scientist, 5. Juni 2006

“If the system works as described, it’s certainly a big improvement over video surveillance systems that allow arbitrary monitoring of people’s behaviour,” says Ian Brown of Privacy International and the Foundation for Information Policy Research in London, UK.

RFID für Immigranten

Da hatte jemand mal eine tolle Idee für die Anwendung von RFID-Chips… warum ist darauf eigentlich niemand früher gekommen. Einfach den Zuwanderen einen Chip eingesetzt und dann wissen wir wo sie sind und was sie machen. Auch nicht verwunderlich, das die Idee aus der Industrie selbst kam.. von VeriChip – die suchen offensichtlich kreativ nach neuen Anwendungsfeldern.

Scott Silverman, Chairman of the Board of VeriChip Corporation:

Responding to the Bush administration’s call to know “who is in our country and why they are here,” he proposed using VeriChip RFID implants to register workers at the border, and then verify their identities in the workplace. He added, “We have talked to many people in Washington about using it….”

Viel fällt mir dazu nicht ein….

Neues aus der Industrie…

… auf Platform – das Neueste aus Industrie und Anwendung oder wie sie sich selbst beschreiben…

Platform is the redesigned and refocused version of CCTV Today that will offer the best editorial on networked and integrated security systems, in a fresh and vibrant magazine. Platform is targeting a pan-European readership of 9,500 installers, integrators, security & network managers and end-users and is the ideal opportunity to reach the people who make and influence purchasing decisions in this growing security market.

Auch das sollten wir beobachten…. folge dem Geld sozusagen.

Kameras in Dar es Salaam

Die Polizei in Dar es Salaam hat eine Autoschieber/klauerbande in der tansanischen Hafenstadt dingfest gemacht… offensichtlich mit Hilfe von Kameras. Zum einen erstaunlich ist dass die Verbrecher so schön dämlich waren… oder nicht? Denn immerhin konnten sie eine Weile ihre Geschäfte machen – unter Aufsicht der Kameras.

What was is interesting to note is that the syndicate operated in an area where closed circuit television (CCTV) was installed.

Zum anderen wird deutlich: Kameras sind nicht nur hier ein Thema. Auch in Afrika setzt die Polizei darauf und sie werden offensichtlich als probates Mittel der Wahl eingesetzt.

African News Dimension, 1. Juni 2006

Kommentare

Liebe Blog-Leser,

solltet ihr euch wundern warum eure Kommentare nicht sofort erscheinen – alle Kommentare müssen moderiert werden… das ist keine Zensurmaßnahme, sondern ein Filter gegen Spam und anderen Müll, der, kaum war das Blog online, hier zuhauf ankam. Ich selbst habe das als Blogneuling nicht sofort begriffen… entschuldigt bitte…

also, ab jetzt werde ich das regelmäßig tun.

grüße

nilz

Wieviel kostet Sicherheit?

…. offensichtlich nicht so viel, wenn man ver.di Glauben schenkt. Mit Stundenlöhnen um 6,10 Euro und schlechten Arbeitsbedingungen, werden die Beschäftigten, denen in immer mehr gesellschaftlichen Bereichen unsere Sicherheit anvertrauen – gerade auch jetzt während der WM – schlecht bezahlt und auch sonst eher wie “Sklaven” behandelt (O-Ton ver.di Sprecher Peter Bremme bei NDR Online (1. Juni 2006).

Wie NDR 90,3 berichtete, hatten betroffene Sicherheitsleute auf der Pressekonferenz der Gewerkschaft ihr Gesicht mit weißen Masken bedeckt, weil sie befürchteten, Repressalien am Arbeitsplatz zu bekommen. 6,10 Euro pro Stunde, das reiche selbst dann nicht zum Leben, wenn man wochenlang durcharbeite, bestätigten die Betroffenen.

ps. auch hier nutzten die Redakteure vom NDR wieder eine Kameras zur Bebilderung

Mobile Autokennzeichen-Erkennung

Die Hamburger Polizei hat begonnen ihre Fahrzeuge mit einer Kamera zu Identifizierung von Autokennzeichen auszustatten
Beruhigend ist, dass die Polzei (noch?) nicht darüber nachdenkt, das Ganze flächendeckend einzuführen:

NDR Online, 1. Juni 2006

Zunächst will die Polizei zwei Geräte bei Verkehrskontrollen oder beim Objektschutz einsetzten. Vorbild der Aktion ist Großbritannien. In London gebe es zahlreiche festinstallierte Lesegeräte in der gesamten Stadt, die von einer Einsatzzentrale gesteuert werden. Dies solle in der Hansestadt allerdings nicht eingeführt werden, so die Hamburger Polizei.

Schreibwettbewerb bei Telepolis

Wenn Orwell die Realität ist – wie sieht die Zukunft aus?

Jahre nach dem Orwelljahr 1984 hat die einst so bedrohliche Vision ihren Schrecken verloren. Der immerwährende Krieg erinnert an den seit 2001 stattfindenden “War on Terror”, Nachrichten- und Medienmanipulation ist an der Tagesordnung und (versteckte) Kameras sind allgegenwärtig. Doch auch die anderen düsteren Visionen einer Zukunft haben längst ihren Weg in die Gegenwart gefunden und sind (fast) Realität. Wenn Lehrerinnen wegen einer Wahrscheinlichkeit einer Erbkrankheit ihren Arbeitsvertrag nicht bekommen, erinnert dies an “Gattaca”, die Spaß- und Wegwerfgesellschaft kennt man aus “Schöne neue Welt”, die Bestrebungen “antisoziales Verhalten, selbst in Form eines Spuckens auf die Straße zu beenden”, an “Demolition Man” und die selbständigen Drohnen im Krieg lassen Erinnerungen an “Screamers” aufkommen. Doch wenn all dies schon normal ist, wie sieht die Zukunft aus? Wird es eine Rückbesinnung auf mehr Freiheit, mehr Bürgerrechte geben oder nimmt das Panopticum zu? Wird Datenschutz eine Rolle spielen oder doch nur “Täterschutz” sein?

Auf diese Fragen sucht “Schreibrecht 2006” eine Antwort.