Category: Kultur/Kunst

Kann ich mal in ihr Telefon schauen?

Netter kleiner Film einer Guerilla-Attacke auf die persönlichen Daten der Mitbürger – die nur dann beunruhigt sind, wenn sie den Übergriff persönlich merken, obwohl der Staat (hier: UK) und Unternehmen ständig nichts anderes machen. Hier könnten sich interessante Fragen nach Anonymität, Privatsphäre und ihrer Wahrnehmung und Konstitution anschließen. (Die Fragerin ist herrlich in ihrer gespielten naien Dreistigkeit!!)

Buchneuerscheinung: Der asymmetrische Blick

Als Ergänzung zu diesem Posting, ein Hinweis auf eine Neuerscheinung:

Martin Blumenthal-Barby: Der asymmetrische Blick. Film und Überwachung. Paderborn: Fink 2016.

Martin Blumenthal-Barby interpretiert Filme, die Überwachung auf so verschiedenen Gebieten wie dem städtischen Leben, der militärischen Kriegsführung, der Erziehungspraxis und der religiösen Lehre behandeln. Doch sind es nicht allein diese thematischen Diskurse, die die behandelten Filme für eine Sondierung des Themas Überwachung prädestinieren. Überwachung stellt sich nicht als bloßes Thema dar, das von einer sicheren Betrachterposition aus zu erörtern wäre, sondern als Sichtweise, die wir selbst einnehmen, als Erfahrung, die wir selbst machen.

Weltüberwachungsbüro

Kurt Caviezel, Selfportrait (38)Nicht nur die NSA überwacht die Welt, sondern ein Künstler und Fotograf.

Das Weltüberwachungsbüro von Kurt Caviezel überwacht fotografisch – an einem von Ihnen gewählten Datum – die Welt während 24 Stunden.

Man kann die Arbeit von Kurt Caviezel auch als eine Art des Mapping begreifen. Ein Mapping der Transparenz gegen die heimliche Macht der Kameras.

Foto: ©Kurt Caviezel

Die Kontrolle zurück erobern…

Vleugel-B-gevangenis-Wolvenplein-1024x1024Eine Ausstellung gegen Überwachung und vor allem dazu, wie man die Kontrolle möglicherweise zurück erlangt. In Utrecht, in einem alten Knast, Hacking Habitat.

Der Deutschlandfunk hat einen Bericht dazu: Auflehnung gegen digitale Kontrolle (4.3.2016).

 

The good news is: we’re taking control back into our own hands. The international art exhibition HACKING HABITAT will open on February 26th in a former prison, the perfect place to experience what control feels like. Socially engaged and critical, but also humorous and optimistic.

Literatur und Surveillance Studies

Ich war einen Tag bei der sehr gelungenen Tagung Surveillance | Society | Culture in Göttingen. Es gab für mich sehr ungewöhnliche Perspektiven zu Überwachung zu hören, was vor allem damit zu tun hat, dass dort fast ausschließlich Kulturwissenschaftler/innen, besonders Literaturwissenschaftler/innen und die American Studies vertreten waren. Die Frage, die mich beschäftigt ist: Was haben diese Perspektiven, ihre Interpretationen von Romanen, Filmen und anderen Quellen den etablierteren zu sagen: der Soziologie, Politikwissenschaft, Kriminologie, Anthropologie, Recht etc.? Wie können wir ihre Ergebnisse nutzbar für unsere Forschung machen?

Eine Verbindung fiel mir beim Grübeln ein: In 3 Days of the Condor liest der von Robert Redford gespielte Charakter Bücher …

Update: Konf. Surveillance – Society – Culture

In der kommenden Woche findet vom 26.-28. Februar an der Georg-August-Universität in Göttingen die internationale Konferenz Surveillance – Society – Culture statt.

Das endggültige Tagungsprogramm, sowie alle weiteren Informationen sind auf der Tagungswebseite (https://surveillanceconference2016.wordpress.com) zu finden.

Anmeldungen sind unter der folgenden Adresse möglich: ssc2016@uni-goettingen.de

Es wird sicher interessant und wir freuen uns auf zahlreiche Besucher…

Limare, Surveiller et sourire: Kunst und Überwachung

Surveiller et sourire

Sophie Limare, Kunstdozentin an der Universität Bordeaux, hat eine Studie zu Kunstwerken, die sich mit (Video-)überwachung auseinandersetzen, veröffentlicht. Die Publikation ist Open Access und in mehreren Varianten erhältlich (online, PDF, epub, print).

Limare, Sophie (2015). Surveiller et sourire. Les artistes visuels et le regard numérique, collection « Parcours numériques », Les Presses de l’Université de Montréal, Montréal, ISBN: 978-2-7606-3547-0

Décriées par les citoyens, les caméras de vidéosurveillance suscitent, depuis les années 1990, de virulents débats dans les sociétés occidentales. Mais qu’en disent et qu’en font les artistes ? Si certains artivistes contemporains ont choisi d’accompagner la résistance d’une partie de la population, d’autres créateurs se sont lancés dans des appropriations esthétiques et ludiques. Leurs démarches signent, au passage, non pas la fin d’une dénonciation de la société sécuritaire, mais une nouvelle forme de sensibilisation aux enjeux sociaux qui lui sont inhérents.

Weitere Verlagsinformationen hier.

Konferenz: Surveillance | Society | Culture

An der Georg-August-Universität Göttingen wird vom 26. bis zum 28. Februar 2016 eine Konferenz mit dem Titel “Surveillance | Society | Culture” stattfinden, die sich mit der mit der Frage auseinandersetzt, wie sich Literatur, Kunst und andere Formen kultureller Produktion nutzbar machen lassen, um die Komplexität unserer gegenwärtigen und allumfassenden Überwachungskultur fassbar, analysierbar und damit schlussendlich auch kritisierbar zu machen.

Die Homepage der Konferenz inklusive des Programms und der Registrierungsadresse ist nun online: https://surveillanceconference2016.wordpress.com/