Category: Sport/Olympia/Fußball-WM

Verfassungsschutz als Fan-Forscher

In der sehr guten Reihe Sport Inside beim WDR lief am 22.9. ein Beitrag, der darüber berichtete, wie der Verfassungsschutz als Wissenschaftler getarnt sich unter Fußball-Fans mischt. Abgesehen von der Frage, was der Vfs bei Fußball-Fans sucht, ist diese Art von Vorgehen ein Katastrophe für die Wissenschaft, deren Arbeit in prekären Bereichen damit erschwert wird, möglicherweise aufgebautes Vertrauen verliert oder erst gar nicht knüpfen kann. Eine emanzipierte Wissenschaft muss frei von Polizei und Geheimdiensten sein, insbesondere von verdeckt arbeitenden. Das heißt nicht, keinen Dialog suchen, mit der Polizei zu arbeiten, über sie oder mit ihnen – aber die Grenzen müssen klar sein und auch die Art der Zusammenarbeit. In diesem Film trifft die Art der Überwachung ins Mark wissenschaftlichen Selbstverständnisses –  zumindest was mich selbst angeht und ich hoffe auch darüber hinaus.

Enger Kontakt, ein Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens (22.9.2014, WDR)

RFID im Schulterpolster

Schwer zu sagen, ob das tatsächlich unter den Begriff der Überwachung fällt, wenn American-Football-Spieler mit rfid-Chips ausgestattet übers Feld laufen. Es ist eher eine Kontrolle oder Tracking, Monitoring. Auch ist daran zunächst nichts problematisch, nicht zuletzt weil professionelle Sportler ohnehin unter ständiger Beobachtung und Selbstbeobachtng stehen. Ob das ein Problem ist, ist ein anderes Thema.

Die NFL hat auf jeden Fall zur beginnenden Saison einige Spieler damit ausgestattet, (auch bei TechTimes) nicht allein zur Leistungskontrolle, sondern auch um den Zuschauern im Stadion und an den Geräten zu Hause, Antworten auf wichtige Fragen zu liefern – direkt vom Spieler selbst sozusagen.

Brasilien, Fußball, Sicherheit

Brazil 2014: A World Cup of security?

There are only a few days to go before the Brazil World Cup begins. Will the streets be safe? Will there be protest and violence again? After mass demonstrations marked the Confederations Cup last year, the fragile security and violence situation means that no one knows what to expect during the biggest football event in the world.

Auf diese Fragen versucht Dennis Pauschinger auf den Seiten von play the game eine Antwort bzw. Einschätzung.

Bereits am 3. März gab es zum gleichen Thema ein Feature beim DeutschlandFunk: Brasiliens WM-Überwachungstempel, von Jonas Reese.

Und bei der BpB gibt es ein Dossier zur Weltmeisterschaft in Brasilien.

und auch noch – der favelawatchblog zweier deutscher Journalistinnen aus Brasilien – auch und gerade zur WM. h

Sport und Kritik

Gerade neu erschienen ist das neue play the game-Magazin mit einer Reihe von Beiträgen der letzten ptg-Tagung in Aarhus. Es ist ohnehin eine der interessantesten Sportkonferenzen, die jenseits des journalistischen Mainstreams Themen anspricht, die sich kritisch mit Sport auseinandersetzen. Dabei mischen sich Funktionäre, Journalisten und Wissenschaftler, was es besonders interessant macht – Motto: Home for the homeless questions in sport….

Passend zur WM steht auch etwas dazu drin.

Play the Game: Magazine 2013

Wer verdient an Doping-Kontrollen?

Am Doping verdienen viele mit – aber an den Kontrollen?

Das WDR Magazin Sport Inside (die bestimmt interessanteste Sportsendung im deutschen Fernsehen)  ist der Frage einmal nachgegangen. Denn auf dem Spiel steht dabei auch die Frage nach der Effizienz der Kontrollen vor dem Hintergrund der Eingriffe in die Privatsphäre – ein Umstand, der auch von verschiedenen Athleten und anderen Kritikern hervorgehoben wird.

Beitrag: Ein gutes Geschäft? von Fred Kowasch und Ralf Meutgens (17.3.2014, WDR)

Randbemerkung zur Dopingstudie

Ich verfolge das Thema mit großem Interesse und habe ja auch schon wiederholt vor allem zum Thema der Dopingkontrollen hier gepostet – daher auch jetzt angesichts der jüngst veröffenltichten Studie eine kleine Randbemerkung von mir dazu. Der DOSB-Chef Thomas Bach bemerkte, dass aus “datenschutzrechtlichen Gründen” nicht alles aus der Studie veröffentlicht werden dürfte (ARD oder die ZEIT berichten ausführlich).

Interssant ist, dass bei der Kontrolle der Sportler auf deren Privatssphäre nicht so viel Rücksicht genommen wird. Datenschutz und Privatsphäre sind nicht das Gleiche, aber die Vehemenz, die Bach hier an den Tag legt zum Schutze ehemaliger Sünder, vermisse ich im Umgang mit aktuellen Sportlern und in der nötigen Diskussion um Dopingkontrollen und die eingesetzten Techniken. …. nur eine Randbemerkung….

ps. Fast vergessen in der aktuellen Diskussion ist, dass die Studie nicht neu ist – aber gerade jetzt so viel Wirbel verursacht. Warum ist mir nicht klar.

Sichere olympische Spiele

Wie der Guardian berichtet sieht der Chef-Organisator der Olympischen Spiele von London in diesem Sommer entspannt entgegen, vor allem wenn es um die Sicherheitsmaßnahmen geht, die das Fest nicht beeinträchtigen werden.

Olympic security will not overshadow visitor welcome, says Lord Coe. Troop and military hardware deployment will not turn London into a siege city during Games, says head of organising committee. (Guardian, 27.12.2011)

Schwer zu glauben, andererseits, ist London bereits eine “City under Siege”, wie Stephan Graham es beschreiben würde. Die bereits bestehenden Maßnahmen haben aus der Metropole bereits eine Sicherheitsstadt gemnacht – allein die Kameras und der Ring of Steel dürften Anlass genug sein, über die Bemerkungen von Lord Coe zu diskutieren. Der Einsatz von Truppen, also Soldaten, ist auch für Großbritanien, abgesehen von Nordirland, neu. Die Forscher stehen in den Startlöchern und wir werden im Anschluss jede Menge von Analysen bekommen, die am Beispiel der Spiele von London die Verbindungen von Mega-Events und Ãœberwachung weiter vertiefen werden. Die Frage nach der Beeinrächtigung ist dabei keine leichte, weil es sich hier auch um die immer wieder gern zitierten “subjekten” Gefühle von Sicherheit handelt und diese vielleicht gar nichts mit dem Sp0rt bzw. dem Vergnügen Sport zusehen zu tun haben. Ich bin gespannt was wir lesen und wie es tatsächlich wird in London in diesem Sommer.

In dem Zusammenhang ist vielleicht auch interessant, was so passiert, wenn wirklich mal etwas passiert – der Guardian hat eine Seite zu den Riots zusammengestellt – gewissermaßen eine Nachlese mit allem was dazu gehört.

Ãœberwachung und Mega-Sportveranstaltungen

Die neueste Ausgabe von Urban Studies (November 2011; 48 (15)) widmet sich dem Thema der Mega-Sportveranstaltungen von der Fußball WM zu den Olympischen Spielen, nachzulesen und zum freien Download hier: Special Issue: Security and Surveillance at Sport Mega Events – Guest editors: Richard Giulianotti and Francisco Klauser.

Die Zusammenstellung passt gut zum Buch Security Games, welches vor ein paar Monaten erschienen ist und welches hier vorgestellt wurde. Manche Ãœberschneidung thematisch und von den Autoren her ist sehr nah, ein paar neue Sachen sind aber auch dabei. Insgesamt eine sehr gute Ãœbersicht, sowohl im Sammelband als auch in der Urban Studies.