Verleihung Surveillance Studies Preis für Journalisten 2013

Die Preisverleihung des Surveillance Studies Preises 2013 an Elmar Theveßen und sein Team für den Film “World Wide War” war am Mittwoch, 8.1.2014, eine schöne Veranstaltung. Die Lecture von Dr. Michael Nagenborg von der Universität Twente zum Thema Technologie, Magie und Überwachung war da mehr als passend. Allerdings hat uns die Technologie einen (magischen?) Streich gespielt, weshalb dieser Vortrag leider nicht dokumentiert wurde.

Immerhin hat die taz am Mittwoch einen Bericht gebracht, in der ich erläutern konnte warum der Preis wichtig ist und wie es dazu kam.

Hier noch ein paar Fotos von der Veranstaltung.

Begründung der Jury

für „World Wide War“

Seit im Juni 2013 der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden das wahre Ausmaß der Aktivitäten der Geheimdienste veröffentlicht hat, ist Überwachung nicht länger ein Thema, das lediglich Innenminister, Datenschützer und Bürgerrechtler etwas angehen sollte. Es betrifft jede und jeden von uns . Jeden, der im Internet nach Informationen sucht und dabei unweigerlich Informationen über sich preisgibt. Jeden, der ein Smartphone in seiner Tasche trägt und dadurch seinen Standort verrät. Jeden, der einen Telefonhörer in die Hand nimmt oder eine Kreditkarte benutzt. Zwischen öffentlicher und privater Kommunikation gibt es keinen Unterschied mehr.

Wenn Information zur Währung der Nachrichtendienste geworden ist, müssen Nachrichtenmedien mehr liefern als nur Information: Sie müssen für Aufklärung sorgen. Aufklärung nicht nur über Sachverhalte, sondern über deren Hintergründe. Aufklärung über die Motivationen der Befürworter ebenso wie der Gegner der Überwachung. Aufklärung nicht nur über technische Details, sondern über die Konsequenzen, die diese verborgene Infrastruktur für unser tägliches Handeln hat.

Elmar Theveßen hat sich, unterstützt von Heike Slansky, Johannes Hano und Thomas Reichart, dieser Aufgabe gestellt. Mit „World Wide War“ haben sie eine ausführliche und facettenreiche Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen der Überwachungsthematik auch jenseits von NSA und Snowden produziert, der es in vorbildlicher Weise gelingt, ein komplexes Thema für ein breites Publikum verständlich aufzubereiten.

Theveßen und sein Team haben auf den Spuren dieses „weltweiten Krieges“ die USA, Europa und Asien bereist. Sie haben auf einem Zeltlager in den Niederlanden mit den Gegnern der Überwachung gesprochen und in einem auf Hochglanz polierten Konferenzsaal in Las Vegas beobachtet, wie die NSA ihren Nachwuchs rekrutiert. Sie lassen Experten und Insider, Kritiker und Verteidiger der staatlichen Überwachung zu Wort kommen.

Es ist eine hohe Kunst, die richtigen Fragen zu stellen und die richtigen Bilder zu finden in einer Welt, in der Manipulation, Verstellung und Heimlichkeit zum Tagesgeschäft gehören. Theveßen und seinen Kollegen ist es gelungen, durch gründliche Recherche ein umfassendes Porträt der gegenwärtigen globalen Überwachung zu zeichnen, das sogar für die kundigen Zuschauer manche neue und überraschende Einsicht bereit hielt.

Aus diesen Gründen zeichnet die Jury Elmar Theveßen seine Ko-Autoren mit dem Surveillance Studies Preis für Journalisten 2013 aus.

Ein Kommentar

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