Archive for Strafvollzug/Gefängnis

Special issue on – Policing the Crisis

Interessante neue Journal-Ausgabe von Kendra Briken und Volker Eick zum Thema Policing in der Krise.

“Urban Security Work Spaces: Policing the Crisis – Policing in Crisis” is out with Social Justice.

You can order the Special Issue either
via: SocialJust@aol.com or via: policing.crisis@gmail.com.

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Schulen unter Beobachtung

Im Guardian vom 9.6.2011 steht eine ausführliche Geschichte zum Thema Schulen und Ãœberwachung – nicht nur in seiner klassischen Form der panoptischen Institution, sondern ganz praktisch durch moderne Technik und mit ganz neuen Ideen der Kontrolle, der Auswahl und des Managements von Schülern.

School surveillance: how big brother spies on pupils
Cameras in the toilets; CCTV in the classroom; pupils’ fingerprints kept in a database . . . Can’t happen here? Think again, because the surveillance state is quietly invading our schools.

Arbeitgeberzugriff auf Facebookprofil

Zwar inzwischen zurückgezogen, aber die Idee ist wirklich … interessant: “Should Employers Be Allowed to Ask for Your Facebook Login?

Loic Wacquant: Bringing the Penal State Back In

Das British Journal of Sociology bietet auf seinen Webseiten öffentliche Vorträge als Podcast an. Dieser hier ist für einige Leser hier bestimmt von Interesse.

BJS 2009 Public Lecture Podcast
Bringing the Penal State Back In
Loic Wacquant and Nicola Lacey debate the need to bring the penal state back into the centre of the sociology of social inequaltiy, public policy and citizenship.

Zuhause im Teilzeit-Gefängnis

Hinweis auf eine Reportage in der taz über den Einsatz der elektronischen Fußfessel: Zuhause im Teilzeit-Gefängnis.

Vortrag: Kritik biologischer Prävention im Strafrecht

Eine kurzfristig, aber interessante Ankündigung: Am Donnerstag, 18.6. um 20.00 Uhr wird es einen Vortrag mit Diskussion über die “Kritik biologischer Prävention im Strafrecht” von Tobias Singelnstein und Stefan Krauth geben.

Die Veranstaltung findet im Nachbarschaftshaus Centrum, in der Cuvrystr
13 um 14.00 in Berlin statt.

Das vollständige Programm findet Ihr unter: http://www.sau.net.ms

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Ist Pre-Crime doch möglich?

Wie der Standard aus Österreich berichtet, wird gerade ein System getestet, das mit Hilfe von Kameras Verbrechen vor der Tat erkennen können soll. Und das ganz ohne Minority Report – es klingt als wenn die absurden Träume britischer Sekurokraten Gestalt annehmen.

Das System trägt den sinnigen Namen Perceptrak – wohl von perception tracking – und da liegt dann ja wohl auch der Hase im Pfeffer, eben im Problem der Wahrnehmung… Wohin eine solche Standardisierung (keine Spitze gegen die Zeitung!) von Verhalten führen kann, kann sich jeder selbst ausmalen – die absurde Einengung menschlicher Entfaltungsmöglichkeiten, könnte zu einer Normierung führen die nichts als eine Karikatur von Gesellschaft produziert oder meint diese vor sich zu haben. Abweichendes Verhalten dürfte bald zur Normalität werden. Mal schauen, ob wir in Zukunft wieder davon hören werden.

Kameras sollen verdächtiges Verhalten erkennen, Standard 2.12.2008

In der Daily Mail gibt es auch einen Bericht mit einen Foto davon und schönen Sätzen, die verdeutlichen, dass vorrausschauende Bekämpfung von Verbrechen der Ausverkauf der Bürgerrechte wäre/ist.

Dazu passt auch dieser Bericht von dradio -“Wenn das Plakat zurückguckt”. Dort geht es um die Technologie von TruMedia, die von der Werbewirtschaft genutzt werden soll, um (noch) mehr über den Kunden herauszufinden – auch die sprechenden Plakatwände waren ein Teil des Films Minority Report. Wozu so etwas noch alles einsetzbar ist, dazu braucht es keine große Phantasie.

Die Software von iCapture funktioniert derzeit nur grob: Die Altersunterscheidung findet lediglich in zwei Gruppen statt: Kinder und Erwachsene. Bis Jahresende will TruMedia auch Senioren gesondert ausweisen können, ab 2009 soll die ethnische Zugehörigkeit von Personen hinzukommen.

Aber wahrscheinlich sind solche Technologien schon fast kalter Kaffee und es wird bereits an anderen gearbeitet, die noch mehr Vorrausschau erlauben und noch tiefer in die Gedanken des Menschen dringen können… sozusagen Nacktscanner fürs Gehirn.

Unterlassene Hilfeleistung

Logos und Ratio leiden nicht nur, wenn neue, falsche Maßnahmen eingeführt werden, sondern auch dann, wenn alte, bewährte Maßnahmen eingespart werden.

Zimbardo und das Böse im Menschen

Es ist nicht der allerneuste Tipp, sondern schon ein paar Wochen alt, aber immer noch gut genug um darauf hinzuweisen. Phillip Zimbardos neues Buch “Der Luzifer-Effekt”. Zimbardo war der Psychologie mit dem Gefängnis-Experiment in Standford (verfilmt mit Moritz Bleibtreu vor ein paar Jahren), welches abgebrochen werden musste, nachdem die “Wärter” ihre Rolle überinterpretiert hatten.

In einem Interview in der FR steht der Autor selbst Rede und Antwort – recht interessant wie ich finde: “Wir sind alle verführbar” (9.8.2008) und in der Jungen Welt (13.8.2008) ist eine lange Rezension des Buches aufgehängt am Thema Gefängnis und Folter (Abu Gureib) insgesamt. Es ist zwar ein spezielles Thema von Ãœberwachung und Kontrolle, aber dennoch zentral und zur Abwechslung mal abseits von Kameras und Datenschutz.

Sozialkontrolle per Internet

Nun muss ich nicht mal mehr aufstehen um mich über meinen neuen Nachbarn oder die Kindergärtnerin meiner Tochter zu informieren – ich muss sie aber auch nicht fragen, noch kennenlernen, will ich ihre dunklen Geheimnisse erfahren- Criminal Searches hilft dabei, zuminedest in den USA. Sicher ist Kontrolle manchmal besser, bevor etwas passiert ist, aber diese Webseite scheint mir etwas über die Strenge zu schlagen. Alles Vertrauen wird über Bord geworfen, jeder ersteinmal verdächtigt, es wird in Vergangenheiten gewühlt, die vielleicht nichts mit der Person zu tun haben, Verwechelungen können vorkommen – und sicher auch mal ein Volltreffer, der jemanden schützt.

Die Frage nach dem Datenschutz, der letztlich für alle fast immer in gleicher Weise gelten sollte, stellen sich hier zuhauf. Der Wert von Vertrauen wird hiermit fast vollständig abgeschafft, fast hysterische Risikominimierung ist Trumpf. Und noch rümpfen wir die Nase, aber der Wunsch nach so etwas existiert auch hierzulande, weil – und das weiß man doch – die meisten Menschen etwas zu verbergen haben. Und genau das will ich wissen. Auch Nichtwissen kann manchmal das Leben erträglicher machen und eine pPäventivwirkung entfalten, die soziales Leben überhaupt erst möglich macht (siehe auch Heinrich Popitz “Ãœber die Präventivwirkung des Nichtwissens”, in Soziale Normen, FfM, 2006)