Archiv für die Kategorie ‘Kommentar’

wir konsumieren die Überwachung…

… nur solange man darüber nachdenkt, dass RFIDs den Konsumenten bei seinen Aktivitäten überwachen, kommen wir nicht darauf, dass wir Überwachung auch konsumieren. Dann heißt sie nicht so, sondern Kundenservice, Bequemlichkeit, Versorgung, Management oder so ähnlich. Ambient Surveillance ist auch hier das Schlüsselwort.

Ein paar Beispiele: Autos bezahlen für ihre FahrerVideoüberwachung und KundenverhaltenRFiD Chips in der Kleidung (alles auch an anderen Stellen im Netz zu finden)

Das ist alles nicht neu, aber es kommt immer öfter, und – davon bin ich überzeugt – immer seltener mit Verweisen auf möglichen Datenschutzprobleme, sondern bald auch als die Art des Services als Feature, als Premium-Care, als tragbares soziales Netzwerk. Der Konsum der Überwachung…. ich denke weiter darüber nach…

Adding comment 8. February 2012 - 22:25

Videoüberwachung in Hamburg – das Urteil

Das Gericht hat im Sinne der Verantwortlichen geurteilt:

Die Richter entschieden am Mittwoch: Das Sicherheitsbedürfnis und das Interesse der Polizei an der Verhinderung von Straftaten rechtfertigen Einschnitte in die Grundrechte von Anwohnern und Passanten. Außerdem seien die Länder befugt, den Einsatz der Überwachungskameras in eigenen Polizeigesetzen zu regeln. (NDR Online 25.1.2012, auch bei ZEIT Online – bleibt länger stehen)

Das ist tragisch, denn für beide Argumente gibt es keine empirischen Belege – bisher nicht und aus wissenschaftlcher Sicht auch in Zukunft nicht so wie die Verantwortlichen es gern hätten. Der letzte Satz ist hingegen richtig und weißt eher auf die politischen Dimensionen von Videoüberwachung hin, denn auf ihre praktische Wirksamkeit. Ob mit den Kameras allerdings Bewegungsprofile erstellt werden, sei dahingestellt – das Argument der Klägerin halte ich im Hinblick auf die Kameras auf der Reeperbahn für weit hergeholt – Kameras sind Raumüberwachungsinstrumente (noch).

Tatsächlich interessant war eine kleine Sache am Rande – die Umfrage bei NDR Online. Die Fragen wie üblich pauschal – aber selbst hier eine leichte Zustimmung – wie erwartet.

Adding comment 26. January 2012 - 08:02

Verschiedenes zu Kundenkarten…

Ich habe in letzter Zeit ein paar verstreute Meldungen zu Kundenkarten gefunden, die ich hier einmal zusammenfassend kommentieren möchte:

Unter dem Titel “es gibt kein Versteck mehr” kommentiert eine Wiener Kollegin den Fall eines Kunden, der mti seinen Kundendaten konfrontiert wurde, als er sich über abgelaufene Ware beschweren wollte. Das ist doch endlich mal ein Fall wie wir ihn alle immer herausbeschwören und wie er in der schönen neuen Konsumwelt in Zukunft bestimmt öfter haben werden. Ob es hier nur um besonders naßforsche Filialleiter geht oder ein generelles Problem bzw. einen Trend zu mehr Neugier und kategorisierender Kontrolle, muss zunächst offen bleiben.

Kundenkarten sind im Trend – in Deuschland ist allerdings nach durchschnittlich 4 Karten Schluss im Portemonnaie – weswegen die Unternehmen auf die mobile Technik setzen.

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Adding comment 9. January 2012 - 14:40

Sichere olympische Spiele

Wie der Guardian berichtet sieht der Chef-Organisator der Olympischen Spiele von London in diesem Sommer entspannt entgegen, vor allem wenn es um die Sicherheitsmaßnahmen geht, die das Fest nicht beeinträchtigen werden.

Olympic security will not overshadow visitor welcome, says Lord Coe. Troop and military hardware deployment will not turn London into a siege city during Games, says head of organising committee. (Guardian, 27.12.2011)

Schwer zu glauben, andererseits, ist London bereits eine “City under Siege”, wie Stephan Graham es beschreiben würde. Die bereits bestehenden Maßnahmen haben aus der Metropole bereits eine Sicherheitsstadt gemnacht – allein die Kameras und der Ring of Steel dürften Anlass genug sein, über die Bemerkungen von Lord Coe zu diskutieren. Der Einsatz von Truppen, also Soldaten, ist auch für Großbritanien, abgesehen von Nordirland, neu. Die Forscher stehen in den Startlöchern und wir werden im Anschluss jede Menge von Analysen bekommen, die am Beispiel der Spiele von London die Verbindungen von Mega-Events und Überwachung weiter vertiefen werden. Die Frage nach der Beeinrächtigung ist dabei keine leichte, weil es sich hier auch um die immer wieder gern zitierten “subjekten” Gefühle von Sicherheit handelt und diese vielleicht gar nichts mit dem Sp0rt bzw. dem Vergnügen Sport zusehen zu tun haben. Ich bin gespannt was wir lesen und wie es tatsächlich wird in London in diesem Sommer.

In dem Zusammenhang ist vielleicht auch interessant, was so passiert, wenn wirklich mal etwas passiert - der Guardian hat eine Seite zu den Riots zusammengestellt – gewissermaßen eine Nachlese mit allem was dazu gehört.

1 Comment 2. January 2012 - 13:18

Sicherheit in Israel

Jeder der eine Reise nach Israel unternimmt und es sehen will, sieht es auch: Kameras, Sicherheitsmaßnahmen, Checkpoints und vieles mehr. Israel ist ein Land der Sicherheit – aus allen bekannten Gründen. Es ist auch ein großartigs und unglaublich vielfältiges Land, dass es mir schwerfällt einfache Antworten zu Gesellschaft, Konflikt oder gar dessen Lösung zu geben. Nach dem Besuch mehr als zuvor.

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Adding comment 12. December 2011 - 11:01

Simulationen und Prognosen

In der dradio-Sendung Breitband gab es an diesem Samstag (26.11.2011) eine Sendung mit dem Titel: Wie das Internet Probleme löst. Wie gross ist die Progrnosefähigkeit des Netzes. Anlass waren Forschungsprojekte wie FutureICT u.a.. Ich war Interviewpartner. Das Thema war interessant und die Herangehensweise der Autoren und Moderatoren ebenfalls. Zum Nachhören.

Wie das Internet Probleme löst, dradio – 26.11.2011 – in der Sendung gab es auch etwas zu Algorithmen, könnte sich also mehrfach lohnen.

Adding comment 28. November 2011 - 00:31

RFID: sicher – und geknackt…

Manchmal muss man die Nachrichten im Zusammenhang lesen – und nicht nur auf die Erfolgsmeldungen vertrauen. Auch wenn ich technisch nicht allzuviel davon verstehe, so sieht es doch so aus, dass die Technologie RFID auf durchaus intelligente Weise geknackt wurde. Gleichzeitig bzw. vor und nachher werden die tollen Vorteile der Technik hochgehalten, vor allem wenn es um das Identitätsmanagement geht. “RFID im Blick” berichtet von sicheren Identitäten - Fraport setzt auf RFID-Zutrittskontrolle, immerhin ein empfindlicher Bereich, bedenkt man die Sicherheitsdebatten rund um Flughäfen – und dann dieses: Forscher der Ruhr-Universität Bochum knacken RFID-Verschlüsselung. Und das mit einer Methode, die relativ einfach erscheint, preisgünstig ist und durchaus so klingt, als könnte man das nachahmen. Im Zusammenhang machen die euphorischen Verkündigungen der Sicherheitsindustrie gleich viel mehr Spaß!

Adding comment 14. November 2011 - 09:18

Privatsphäre oder sauberer Sport?

Bei der Tagung Play the Game in dieser Woche in Köln gab es einige interessante Sessions zum Thema Doping. Abgesehen, dass ich davon, dass ich zum, Verhältnis von Doping und Überwachung dort einen kurzen Vortrag gehalten habe, äußerte ein Journalist auf dem Podium einen sehr bedenkenswerten Gedanken.

Gefragt, wie er 1 Million Euro sofort in den Anti-Doping-Kampf einsetzen würde, antwortete er, dass er damit Juristen bezahlen würde, die vor den Gerichten klären sollten, was denn tatsächlich Vorrang haben sollte – Privatssphäre oder die Integrität des Sportes. Ich war verwundert, es klärte sich aber auf, dass er keinesfalls die beiden Dinge gegeneinander abwägen wollte – und auch sah, dass im Namen des Anti-Doping-Kampfes einige elemtare Grundrechte über Bord geworfen werden – zu leicht und unkritisiert, wie ich meine.

Privatssphäre oder  Integrität des Sportes – das ist somit die Frage, die ich für interessant und hinsichtlich des Anti-Doping-Kampfes für elementar halte. Mein Gefühl ist, dass die Antwort kein entweder-oder sein wird, noch im gegenwärtig üblichen System des Sport und seiner polit-ökonomischen Bedingungen zu finden sein wird. Die Frage ist aber gestellt und ich bin gespannt auf die Antworten – auch von den Athleten selbst. Ein Forschungsprojekt ist in Vorbereitung, in dem auch dieser Frage nachgegangen werden soll.

Adding comment 7. October 2011 - 23:22

What goes on tour…

… will be broadcasted worldwide – könnte man den alten Spruch (..stays on tour..) abwandeln, wenn man den Fall des englischen Rugbyspielers Mike Tindall betrachtet, der beim Knutschen mit einer neuseeländischen Schönen auf CCTV gebannt wurde. Das ist nicht sonderlich interessant, wenn der Nationalspieler nicht auch der Mann von Zara Phillips wäre, der Enkelin der britischen Königin. Verdächtigt wird einer der Türsteher der Bar, das Material verkauft zu haben. Ja, ein Bruch von Gesetzen, Privatsphäre, Datenschutz usw. Fast möchte man meinen das Paperazzi langsam überflüssig werden, wenn die besten Bilder ohnehin die sind, die ganz ohne sie entstehen. Ohne ein moralische Wertung vorzunehmen – die Welt wird auf jeden Fall ärmer ohne Geheimnisse, deren Veröffentlichung weder zum Weltfrieden beitragen, noch die Weltverschwörung schlechthin aufzudecken vermögen. Die Promi-Klatsch-Welt ist auf jeden Fall um eine Geschichte reicher, das wars dann aber auch. Der Versuch totaler Transparenz, unter welchen Argumenten auch immer – hier wohl die Sicherheit einer Bar – untergräbt auch weiterhin Aspekte unserer Gesellschaft, die sich privat oder staatlich in eine Mißtrauensgesellschaft wandelt. Eine solche aber verlangt nur nach mehr Überwachung. Tindall hin oder her, das sind die eigentlichen Botschaften solcher Randgeschichten der Promiwelt. Ob es England geschadet hat, wird sich im Viertelfinale gegen Frankreich zeigen.

Adding comment 7. October 2011 - 22:40

Zaun gegen Obdachlose

Bisher ist das nur eine Hamburger Geschichte, die so weite Kreise nicht gezogen hat. Das kann sich ändern, wenn der Widerstand anhält und die Stadt bzw. der Bezirk Mitte nicht von ihrem Plan ablässt die Obdaschlosen auf diese kurzsichtige Art und Weise vom Schlafen unter einer bestimmten Brücke abzuhalten. Hamburg scheint gerade dabei zu sein, seinen nächsten Ort für Protest und was ich hier einmal mit Gentrifizierungs-Auseinandersetzungen bezeichnen möchte, zu schaffen. Ähnlich dem Gänge-Viertel, dessen Zukunft inzwischen gelöst ist – nach Protesten.

Selbst bei Abwägung aller Argumente auf allen Seiten, bleibt es eine ziemlich unsinnige Aktion – die keine Lösung des eigentlichen Problems herbeiführt, z.B. Schlafplätze für diese Menschen. Die nächsten Wochen werden zeigen, welches Bild sich Hamburg geben möchte und ob Bezirk und Senat aus vergangenen Krisen dieser Art lernen kann.

Adding comment 27. September 2011 - 07:40

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