Archiv für Sport/Olympia/Fußball-WM

Doping, Sport und Überwachung

Seit gut 5 Jahren forschen wir nun zu Dopingkontrollen und Privatsphäre, oft wurden wir dabei kritisch beäugt, vor allem von den Dopingschützern und den Leuten, die kritisch zu Doping berichten. Die Privatsphäre spielte oft keine große Rolle, Dopingkontollen als Überwachung zu sehen, war eher hinderlich im Kampf gegen und der Entrüstung wegen Doping. Spätestens seit dem Hack des ADAMS durch russische Hacker ist aber klar, dass die dort vorgehaltenen Daten unsicher sind, – z.B. Auch Daten deutscher Athleten gehackt (DLF, 15.9.2016).

Darüber, dass die Sportler überwacht werden, dass das System nicht perfekt ist und die gesammelten Daten zum Nachteil der Sportler sein könnten, darüber regen sich erstaunlich wenig Leute auf. Der Aufreger ist, dass nun rauskommt, was viele ahnten oder wussten: Sportler dopen legal. Besser: Sie nutzen Ausnahmegenehmigungen für auf der Dopingliste stehende Mittel. Nichts Neues, aber nun ein Aufreger.

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Zu Sicherheit und Überwachung in Rio

Brasiliens Sicherheitsmaßnahmen – Folge 272 mit Dennis Pauschinger

Dennis ist Doktorand am Hamburger Institut für kriminologische Sozialforschung und des DCGC-Programms.

Doping, Moral und Kontrollen

Die Nachricht, dass Maria Sharapowa positiv getestet wurde, ist weder ein Schock, noch eine Sensation (Infos bei Zeit oder tagesschau.de). Sportler nehmen Mittel ein, um besser zu werden, um schneller zu regenierieren, um zu gewinnen. Und manchmal ist das Doping, so wie im Fall von Sharapowa, wo das Mittel Melodonium erst seit dem 1.1.2016 auf der WADA-Liste steht. Was bedeutet das jetzt? Die Kontrollen wirken?

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Doping und social sorting

David Lyons Konzept von Überwachung als Maßnahme der sozialen Auslese (social sorting) ist in der Szene ja hinlänglich bekannt – in dem folgenden Artikel über Claudia Pechstein wird sehr schön deutlich, warum und wie auch Dopingkontrollen als Form dieser Auslese zu sehen sein können. Ein Argument, dass ich bereits letztes Jahr auf der ISA Tagung in Yokohama für meinen Vortrag dort genutzt habe. Ich finde die Aussage von Pechstein zum Verhältnis von Doping, Person und Risiko sehr interessant.

‘We are now no longer in class-or world-class athletes, but only in risk groups’, wrote Pechstein in a second Facebook post yesterday. ‘It’s really unbelievable!’ Pechstein wrote that as NADA is financed by the taxpayer, they need to put pressure on it to answer two important questions for athletes: who sets the risk group and on what basis, and how does an athlete ‘qualify’ to become part of a risk group. ‘The longer I am involved with it, the more sick and inept the entire system turns out to be’, writes Pechstein. aus: The Sports Integrity Initative, 1. Dec. 2015

Athens 2004: Olympics and its Legacy

Sehr passend zu den Diskussionen um Hamburgs Olympia-Bewerbung, den Skandalen der FIFA und des IOC – die Analyse des griechischen Soziologen Minas Samatas: “The ‘Super-Panopticon’ Scandal of the Athens 2004 Olympics and its Legacy” Pella, New York, 2014.

Es ist die Lektüre wert, auch wenn Athen schon 11 Jahre zurückliegt.

Olympia, Sicherheit und Stadt

Hamburgs Traum von Olympia – Kritische Einwände aus der Wissenschaft!

tokyo_olympia_s-w_smallEine Diskussion mit: Dr. Christopher Gaffney, Universität Zürich, zu Mega-Events, Olympia und Stadtpolitik

Tag. 17. Juni 2015
Zeit. 18 bis 20.00 Uhr
Ort. Hörsaal VMP 9
Universität Hamburg

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Verfassungsschutz als Fan-Forscher

In der sehr guten Reihe Sport Inside beim WDR lief am 22.9. ein Beitrag, der darüber berichtete, wie der Verfassungsschutz als Wissenschaftler getarnt sich unter Fußball-Fans mischt. Abgesehen von der Frage, was der Vfs bei Fußball-Fans sucht, ist diese Art von Vorgehen ein Katastrophe für die Wissenschaft, deren Arbeit in prekären Bereichen damit erschwert wird, möglicherweise aufgebautes Vertrauen verliert oder erst gar nicht knüpfen kann. Eine emanzipierte Wissenschaft muss frei von Polizei und Geheimdiensten sein, insbesondere von verdeckt arbeitenden. Das heißt nicht, keinen Dialog suchen, mit der Polizei zu arbeiten, über sie oder mit ihnen – aber die Grenzen müssen klar sein und auch die Art der Zusammenarbeit. In diesem Film trifft die Art der Überwachung ins Mark wissenschaftlichen Selbstverständnisses –  zumindest was mich selbst angeht und ich hoffe auch darüber hinaus.

Enger Kontakt, ein Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens (22.9.2014, WDR)

RFID im Schulterpolster

Schwer zu sagen, ob das tatsächlich unter den Begriff der Überwachung fällt, wenn American-Football-Spieler mit rfid-Chips ausgestattet übers Feld laufen. Es ist eher eine Kontrolle oder Tracking, Monitoring. Auch ist daran zunächst nichts problematisch, nicht zuletzt weil professionelle Sportler ohnehin unter ständiger Beobachtung und Selbstbeobachtng stehen. Ob das ein Problem ist, ist ein anderes Thema.

Die NFL hat auf jeden Fall zur beginnenden Saison einige Spieler damit ausgestattet, (auch bei TechTimes) nicht allein zur Leistungskontrolle, sondern auch um den Zuschauern im Stadion und an den Geräten zu Hause, Antworten auf wichtige Fragen zu liefern – direkt vom Spieler selbst sozusagen.

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Brasilien, Fußball, Sicherheit

Brazil 2014: A World Cup of security?

There are only a few days to go before the Brazil World Cup begins. Will the streets be safe? Will there be protest and violence again? After mass demonstrations marked the Confederations Cup last year, the fragile security and violence situation means that no one knows what to expect during the biggest football event in the world.

Auf diese Fragen versucht Dennis Pauschinger auf den Seiten von play the game eine Antwort bzw. Einschätzung.

Bereits am 3. März gab es zum gleichen Thema ein Feature beim DeutschlandFunk: Brasiliens WM-Überwachungstempel, von Jonas Reese.

Und bei der BpB gibt es ein Dossier zur Weltmeisterschaft in Brasilien.

und auch noch – der favelawatchblog zweier deutscher Journalistinnen aus Brasilien – auch und gerade zur WM. h

Sport und Kritik

Gerade neu erschienen ist das neue play the game-Magazin mit einer Reihe von Beiträgen der letzten ptg-Tagung in Aarhus. Es ist ohnehin eine der interessantesten Sportkonferenzen, die jenseits des journalistischen Mainstreams Themen anspricht, die sich kritisch mit Sport auseinandersetzen. Dabei mischen sich Funktionäre, Journalisten und Wissenschaftler, was es besonders interessant macht – Motto: Home for the homeless questions in sport….

Passend zur WM steht auch etwas dazu drin.

Play the Game: Magazine 2013

Wer verdient an Doping-Kontrollen?

Am Doping verdienen viele mit – aber an den Kontrollen?

Das WDR Magazin Sport Inside (die bestimmt interessanteste Sportsendung im deutschen Fernsehen)  ist der Frage einmal nachgegangen. Denn auf dem Spiel steht dabei auch die Frage nach der Effizienz der Kontrollen vor dem Hintergrund der Eingriffe in die Privatsphäre – ein Umstand, der auch von verschiedenen Athleten und anderen Kritikern hervorgehoben wird.

Beitrag: Ein gutes Geschäft? von Fred Kowasch und Ralf Meutgens (17.3.2014, WDR)

Sport und Überwachung

Gerade erschienen, rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Sotchi: die neue Ausgabe von Surveillance & Society, herausgegeben von Ian Warren und mir.

Surveillance & Society
Vol 11, No 4 : Surveillance and Sport edited by Ian Warren and Nils Zurawski.

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