Archiv für Fernseh/Radio/Medien-Tipp

Kameras und Prävention

Wenn man erstmal ein Thema hat, dann wird man es nicht immer so leicht los. Bei mir sind es die Videokameras. Hier zwei Interviews bzw. Texte, in denen ich zum Thema befragt worden bin.

Neue Folge der Ideengeschichte der Privacy

Ideengeschichte des Privacy by Design – Teil 5: Die Zurückeroberung der Nutzersouveränität

Teil 5 von 7 – es lohnt sich also dranzubleiben.

Unzuverlässige Gesichtserkennung (The Intercept)

Ava Kofman berichtet für The Intercept ausführlich über die Unzuverlässigkeit, Risiken und Nebenwirkungen von (menschlicher und automatisierter) forensischer Gesichtserkennung.

No threshold currently exists for the number of points of similarity necessary to constitute a match. Even when agencies like
the FBI do institute classification guidelines, subjective comparisons
have been shown to differ greatly from examiner to examiner.

“Handys sind das kleineste Problem”

“Some analysts think this is the future—it’s huge, as big as the Internet and World Wide Web,” says David O’Brien, a senior researcher at the Berkman Center for Internet & Society at HLS. “It’s hard to separate the hype from reality, but signs suggest we’re at the early stages of a tectonic shift.”

In dem klugen und auch gestalterisch gelungenem Artikel gibt es ein paar Argumente zum Internet der Dinge, einer Welt in der der Satz “Cellphones may be the least of your privacy concerns” ein Hinweis auf Kommendes sein könnte.

The New Age of Surveillance, by Elaine Mcardle, May 10, 2016, Havard Law Bulletin

The New Age of Surveillance

Kann ich mal in ihr Telefon schauen?

Netter kleiner Film einer Guerilla-Attacke auf die persönlichen Daten der Mitbürger – die nur dann beunruhigt sind, wenn sie den Übergriff persönlich merken, obwohl der Staat (hier: UK) und Unternehmen ständig nichts anderes machen. Hier könnten sich interessante Fragen nach Anonymität, Privatsphäre und ihrer Wahrnehmung und Konstitution anschließen. (Die Fragerin ist herrlich in ihrer gespielten naien Dreistigkeit!!)

“Geheimdienste wittern Morgenluft”

Der verehrte Kollege Reinhard Kreissl im Interview zu den Sicherheits- und Überwachungsdiskussionen nach Paris (gilt aber auch nach Brüssel noch) mit den Filmemachern Clemens und Katja Riha (candoberlin).

Wir haben uns mit dem Wiener Kriminalsoziologen und Feuilletonisten der Süddeutschen Zeitung über die Reaktionen der Politik auf den Terror in Paris unterhalten. Er sagt, dass die Geheimdienste nun Morgenluft wittern und die Kritik an ihnen in Zukunft schwerer sein wird. Was bringt Sicherheit? Und warum ist es immer dasselbe Spiel – schärfere Gesetze, höhere Überwachung, Aufstockung der Etats für Polizei, Armee und Sicherheitsmaßnahmen.

(leider lässt sich das Video nicht einbetten)

Meine Daten gehören niemand

Auf irights.info ist ein – wie immer  sehr lesenwerter – Beitrag von Christiane Schulzki-Haddouti erschienen zum so genannten “Dateineigentum”: Wem gehören “meine Daten”?

Das Argument: Während der (vor allem von den Grünen, Malte Spitz, Renate Künast) ins Spiel gebracht Slogan “Meine Daten gehören mir” als politischer Slogan durchaus imstande ist, kritische Massen zu mobilisieren und seine Berechtigung hat, wird diese Redeweise mittlerweile von der (Auto-)Industrie und anderen Akteuren zunehmend auf das Schlagwort vom “Dateneigentum” verkürzt. Das wiederum steht dem Datenschutz direkt entgegen.

Ich kann das Argument des Beitrags nur unterstützen. Vor allem sollte zwischen “Daten”, “Informationen”, “Kommunikationen” besser unterschieden werden, auch und gerade in den Diskussionen und Reden der “Datenschützer”, die sich eigentlich besser “Kommunikationsschützer” nennen sollten.

Videoüberwachung in Berlin

hat für netzpolitik.org die Debatte um die geplante Änderung des Berliner Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG Bln) und die fehlende Evaluaierung der Videoüberwachung aufgeschrieben.

Der Text verlinkt zudem auf zwei aktuelle Anfragen von Christoph Lauer (PIRATEN) zur Videoüberwachung in der S-Bahn und zu den aktuellen Änderungsvorhaben im ASOG.

Vortrag beim Goethe-Institut, NY

Auf der vom Goethe-Institut New York organisierten Tagung Images of Surveillance haben Dietmar Kammerer als auch ich, neben vielen anderen interessanten Leuten, einen Vortrag gehalten.

Von der Veranstaltung gibt es mehr Videos im Channel des Goethe-Institutes New York, darunter Redner wie Dietrich Diederichsen, Evgeny Morozov oder David Lyon.

Smart Home erklärt!

Der Datenjournalist Marco Maas hat sich ein SmartHome eingerichtet, um zu zeigen worauf man sich einlassen kann – und vielleicht nicht unbedingt sollte. Immer schon ein Nerd, äußert er hier allerdings auch nachdenkliche Töne, ob der absurd weitreichenden Folgen dieser mit dem Argument “praktisch” oft beworbenen neuen Annehmlichkeit der digitalten Welt. Guter Beitrag!

Kontrolle durch absurde Zensur…?

Über das amerikanische Uni-System lässt sich vieles sagen, in Bezug zu dem, was als political correctness bezeichnet wird, ebenso einiges. Hierzulande dienen die oft absurd anmutenden Geschichten oft dem Amusement – als solches sollten Sie aber nicht falsch verstanden werden. Die Kontrolle über den Diskurs ist auch eine Form der Überwachung von Abweichung und ihrer Kontrolle.

Nun haben zwei Autoren in der Septemberausgabe des Atlantic einen sehr lesenwerten Artikel über die Ausmaße und Auswirkungen dieser Diskurskontrolle an amerikanischen Uni geschrieben – und damit wohl selbst wieder gegen die Regeln der microaggressions verstoßen. (Ich habe den Bereicht beim Deutschlandfunk gehört, kann ihn aber nicht wiederfinden)

The Coddling of the American Mind. In the name of emotional well-being, college students are increasingly demanding protection from words and ideas they don’t like. Here’s why that’s disastrous for education—and mental health. (The Atlantic, 9/2015)

Das soll kein Amerika-Bashing sein, noch von einem hohen Ross herunter, sondern ein Hinweis, auch darauf, dass der freie Diskurs nicht eingeschränkt werden darf. Dabei soll es nicht darum gehen, was man “noch mal sagen müssen darf” (und dem Unsinn, der sich daran bisweilen anschließt), sondern darum wie mit Sprech-Verboten und der feinen Linie zwischen correctness und incorrectness umzugehen ist, wann es kontrollierend und absurd wird und das auch im Sinne des Blog-Themas hier diskutiert werden muss.

Fimtipp: Democracy – Im Rausch der Daten

Ab 12. November im Kino:

Democracy – Im Rausch der Daten. Ein Dokumentarfilm von David Bernet.

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