Archiv für Datenschutz

Datenschutz aus politikwiss. Perspektive

Vom Forum Privatheit ist ein Arbeitspapier herausgegeben worden mit dem Titel: “Akteure, Interessenlagen und Regulierungspraxis im Datenschutz – Eine politikwissenschaftliche Perspektive”, zum Download

Das von Philip Schütz und Murat Karaboga (beide Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI) verfasste Arbeitspapier zielt darauf ab, einen ersten Überblick zum Thema Datenschutz aus politikwissenschaftlicher Perspektive zu geben.

Fimtipp: Democracy – Im Rausch der Daten

Ab 12. November im Kino:

Democracy – Im Rausch der Daten. Ein Dokumentarfilm von David Bernet.

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Interview mit Jacob Appelbaum

Von der Konferenz des Netzwerk Recherche gibt es dieses Interview mit dem Autoren, Hacker und Journalisten Jacob Appelbaum: „There is no safety if you want to do good work“.

Es geht um Datenschutz und die Massenüberwachung der Bürger….

In the Facebook Aquarium

The Resistible Rise of Anarcho-Capitalism, Ippolita

As users of social media we have willingly submitted to a vast social, economic and cultural experiment. By critically examining the theories of Californian right-libertarians, Ippolita show the thread connecting Facebook to the European Pirate Parties, WikiLeaks and beyond.

Kampagne für neues Datengesetz

Der Gründer von protonet ruft zu einer Kampagne für eine neues EU-Gesetz auf: EU: Geben Sie uns die Datenhoheit! #freeyourdata.

Ali Jelveh ist unzufrieden, wie in Europa mit Daten umgegangen wird und welche Rechte wir tatsächlich haben – u.a. über die so genannten subject access request, die allerdings in Deutschland besser verlaufen als er es schildert:

Bislang regeln das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) den Zugang zu meinen Daten, die bei den Unternehmen gehalten werden. Theoretisch habe ich damit einen Rechtsanspruch auf Datenauskunft. In der Praxis bedeutet das allerdings: die Anfrage muss schriftlich ergehen und wird in der Regel erst nach mehreren Rückfragen oder gar anwaltlichen Schreiben nach Wochen oder Monaten in Papierform beantwortet.

Hierzu kann man sich die Ergebnisse der Forschung bei IRiSS anschauen (runterscrollen bis zu WP5).

Seht und entscheidet also selbst, wie ihr die Kampagne findet.

Massenüberwachung und die Psyche

Keine Antwort wollen Journlisten und andere lieber herausfinden, als die nach den psychologischen Folgen der Massenüberwachung. Ich finde die Frage nicht so spannend – liegt wohl am Fach. Aber auch daran, dass ich nicht an so einfache Ursache-Wirkungsschemata glaube, wie sie der Frage zugrunde liegen. Verändern wir unser Verhalten wegen der Überwachung – wer weiß das schon, und wenn ja, liegt es allein daran? Hat die Klimaerwärmung zu einer Verhaltensänderung geführt – sofort und nur aufgrund des Wissens? Wie auch immer, amnesty international hat eine Umfrage gemacht und hier sind die Ergebnisse:

The psychology of mass government surveillance: How do the public respond and is it changing our behaviour? (Guardian, 18.3.2015) Zum Schluss gibt es, ungewöhnlich kritisch für solche Darstellungen, Mahnungen zur Vorsicht beim Lesen der Ergebnisse.

Aufkunftsrechte über gesammelte Daten in Europa

Das IRiSS-Project hat nun seine Empfehlungen zu den so genannten access rights, dem Recht DAten über sich bei Unternehmen und öffentlichen Stellen einzusehen, veröffentlicht.

Recommendations to the Council of the EU and the European Parliament on access rights, in the context of the European data protection reform

Die Studie selbst ist auf der IRiSS Webseite zu finden (bis Workpackage 5 runterscrollen).

In diesem Zusammenhang ist auch dieser Artikel hier von Interesse: Europe’s Expanding ‘Right to Be Forgotten’ (NY Times, 4.2.2015).

Neuro-Daten und ihr Schutz

Die Preisträger des Wissenschaftspreises von surveillance-studies.org haben gleich am Samstag eine Version ihres Beitrages in der Süddeutschen veröffentlicht: In der Tat interessant.

Grundrecht gegen das Gedankenlesen, SZ, 31.1.2015

Adventskalender zur digitalen Selbstverteidigung

dc-adventstuerchen-tag2Eine sehr charmante Idee!

Tag für Tag digitale Mündigkeit – Der Digitalcourage Adventskalender:

Digitalcourage hat sich zur Adventszeit etwas Besonderes ausgedacht – den Adventskalender zur digitalen Selbstverteidigung. Vom ersten bis zum 24. Dezember öffnet sich jeden morgen ein Türchen: Statt Schokolade finden sich dort Tipps zur “digitalen Selbstverteidigung”.

Diskussion zur überwachten Welt

Auf der Plattform Publixphere gibt es auch eine Diskussion (oder viele) zu Überwachung. Da findet sich ein bunter Mix aus Diskussionssträngen wie staatliche Überwachung, kommerzielle, NSA, BND, Zensur oder Big Data. Dazu Videos, die erklären, Dokus oder Interviews. Das ist alles nicht so tiefschürfend und geht oft nicht über die üblichen Themen hinaus, aber eine weitere Plattform, die sich des Themas annimmt, was auch dabei helfen mag, das Thema am Leben zu erhalten.

Privatsphäre und Sicherheit Post-Snowden

Der Pew-Report zu Public Perceptions of Privacy and Security in the Post-Snowden Era ist seit gestern online.

When Americans are asked what comes to mind when they hear the word “privacy,” there are patterns to their answers. As the above word cloud illustrates, they give important weight to the idea that privacy applies to personal material—their space, their “stuff,” their solitude, and, importantly, their “rights.” Beyond the frequency of individual words, when responses are grouped into themes, the largest block of answers ties to concepts of security, safety, and protection. For many others, notions of secrecy and keeping things “hidden” are top of mind when thinking about privacy.

Viele Ergebnisse sind nicht überraschend, und sie sind nicht so ohne Weiteres übertragbar auf Europa, aber auch hier vermute ich ähnliche Ergebnisse. Das Projekt IRiSS hat ebenfalls dazu geforscht, da ist der entsprechende Report noch nicht online, andere allerdings schon.

Ungesicherte Kameras: Einblicke ins Wohnzimmer

Eine ungesicherte Webcam kann eine Einladung für Voyeure sein. Man muß schließlich nicht immer zuerst an den Staat oder Firmen denken, wenn es um Videoüberwachung geht: Fehlt das Passwort, kann jedermann zuschauen. Sicherheit fängt deshalb immer zuerst bei einem selbst an.