Archiv für Big Data

Ringvorlesung zu Algorithmen und Kontrolle

Ringvorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens an der Universität Hamburg, Wintersemester 2017-18:

Daten, Algorithmen, Kontrolle der Zukunft. Big Data in der digitalen Gesellschaft – Anwendungen und Zweifel.

©2017 Nils Zurawski

Der digitale Hilfssheriff

Wie viele Daten sollen IT-Konzerne wie Google herausgeben, um den Behörden bei der Strafverfolgung zu helfen?

ein kluger Artikel von Adrian Lobe (FAZ, 22.6.2017) über die Macht der Maschinen, mit denen wir uns umgeben und den wir vertrauen als wären sie gute Bekannte….

Das Herrschaftswissen, das die Tech-Giganten mit ihren Maschinen aggregieren, könnte sich schon bald gegen ihre Nutzer wenden.

Ich würde argumentieren, der Wunsch nach den digitalen Domestiken und nach Distinktion, dem Zwang der Hypermoderne anzugehören, führt zu einem Trend in der ÜBerwachung (wenn auch nicht so genannt) zum Lifestyle wird. Ich werde dazu in Kürze nochmal ein paar Ausführungen machen.

Die Daten-Gesellschaft

Die Wiener Journalistin Sarah Kriesche hat im ORF ein Radiokolleg über 4 Folgen produziert, was vom 26.-29. Juni läuft. Titel: Die Daten-Gesellschaft.

Auf internationalen Konferenzen, in der Politik, in der Literatur oder in den Medien: Immer wieder ist vom “Geschäft mit unseren Daten” und “neuen Daten-Gesellschaftsformen” die Rede. Utopie und Dystopie scheinen diesen Gesellschaftsweg Hand in Hand entlang zu schreiten.

Sarah Kriesche beleuchtet den Einfluss von Daten auf die Wirtschaft, Verbrechen, Krieg und Demokratie.

Was wäre wenn schlaue Geräte Zeugen wären?

Der Künstler Luke Munn spielt mit der Idee, was wäre wenn Alexa oder ein ähnliches Ding tatsächlich als Zeuge für Geschehnisse zugelassen wäre, ein Blick in unsere digitale Zukunft des “guten Leben” wie es sich die Nerds aus dem Silicon Valley vorstellen. http://lukemunn.com/monitor/

© Luke Munn, Work: Monitor

Recently police in Arkansas issued a warrant for Amazon Alexa data in connection with a suspected homicide. Though the request was denied, this artwork acts as if it was accepted, using ‘smart home’ notifications to extrapolate from the evening’s events: a few friends, a few drinks, a floating body. In doing so, it explores the data these objects might possess and anticipates some of the ways it might be both used and abused.

Von Karteikärtchen zu Code

Die Ausgabe 1/2017 des Max Planck Forschung-Magazins widmet sich in einem Schwerpunkt dem Thema Big Data.

Dabei ist insbesondere der Artikel “Daten zum Stapeln” (Autorin: Tina Heidborn, ab S. 26) lesenswert, über die Geschichte der Statistik.

Für Wissenschaftshistoriker ist Big Data kein neues Phänomen. Auch im 18. und 19. Jahrhundert sammelten Wissenschaft und staatliche Stellen enorme Datenmengen. Und schon damals war es eine Herausforderung, sie sinnvoll auszuwerten.

Überwachung in Schleswig-Holstein

Die Arbeit von freiheitsfoo wurde hier im Zusammenhang mit den BodyCam-Anhörungen in Niedersachsen schon mal angesprochen. Nun hat die Gruppe auf ihrem Wiki die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine der Bürgerrechtsinitiative zur Landtagswahl veröffentlicht, aus denen, so die Piratenpartei im Bundesland, hervor geht, dass nach der Landtagswahl eine verstärkte Überwachung in Schleswig-Holstein geplant ist.

Einen Blick ist diese Arbeit auf jeden Fall wert. Die Idee von Transparenz und Offenheit ist zu begrüßen und passend für diesen Blog.

Tattoos als Datenspeicher?

Ich bin mir nicht sicher, ob die das toll finden oder hier eine kritische Betrachtung gemacht wird. Der Satz, “in the future, their potential use is virtually limitless” beunruhigt mich.

Buch: The Datafied Society

Hier habe ich ein interessantes Buch gefunden: The Datafied Society Studying Culture through Data, herausgegeben von Mirko Tobias Schäfer & Karin van Es.

Es ist online erhältlich: http://oapen.org/search?identifier=624771

Autoren sind unter anderem: Theo Röhle, Richard Rogers, Lev Manovich, Annette Markham, Evgeny Morozov u.v.a.m.

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Daten und Gerechtigkeit

Das gerade neu eröffnete Data Justice Lab – Untertiel: Datafication and Social Justice – an der Universität von Cardiff will sich dem Thema Gerechtigkeit und Daten widmen

The Data Justice Lab is a new space for research and collaboration at Cardiff University’s School of Journalism, Media and Cultural Studies. It seeks to advance a research agenda that examines the intricate relationship between datafication and social justice, highlighting the politics and impacts of data-driven processes and big data.

Die offizielle Eröffnung ist am 17.März 2017 – mal sehen wie es dann da weitergeht.

10 Jahre iphone und Überwachung

“Es ist nicht die Technik, vor der wir Angst haben” – ein Gespräch mit Shoshana Zuboff, Autorin von Surveillance Capitalism*.

Interessantes Gespräch zum 10-jährigen Jubiläum des iphones:

Sie warne nicht vor der Technologie als solcher, sagt Zuboff, emeritierte Harvard-Professorin. Ihr gehe es um den Kapitalismus, der dahinter stehe. Sie sei davon überzeugt, dass jede Anwendung, die für Überwachung und Kontrolle genutzt werden könne, auch als solche eingesetzt werde – wenn es keine funktionierenden Kontrollen gebe.

*Big Other: Surveillance Capitalism and the Prospects of an Information 
Civilization in Journal of Information Technology (2015) 30, 75–89.

Big Data und Überwachungs-Rhetorik

Das Projekt “Data sousveillance” beschreibt sich selbst so: An analysis of cultural and congressional surveillance rhetoric over time. Es ist eine Forschung innerhalb der Digital Humaities, die inzwischen viel mit BigData-Analysen und deren Visualisierung arbeiten.

Interessant ist es auf jeden Fall, es lohnt also einen Blick.

Analysis/Findings

Calling on texts from mainstream & alternative news sources as well as the congressional record this project uses data mining & sentiment analysis to sousveil public rhetoric surrounding surveillance in American popular media over the last 40 years.

Internet et vie privée

Für alle die des Französischen mächtig sind, hier ein Tipp: Francesca Musiani: Internet et vie privée en 40 pages.

Au croisement de la sociologie des techniques et du droit, ce livre explore les récentes évolutions de la vie privée à l’ère du numérique, en dévoilant les multiples tensions dont elle fait l’objet, la diversité de ses définitions et périmètres, la recherche constante d’un équilibre entre tutelle juridique et sauvegardes techniques, surveillance et protection, modèles d’affaires et transparence, droits du consommateur et libertés citoyennes.