Archiv für die Kategorie ‘Videoüberwachung / CCTV’

Kameras für Party Studenten in Belfast

Eigentlich sind neue Kameras nicht so sehr berichtenswert, aber wo ich schon einmal vor Ort bin, kann ich auch dazu ein paar Takte sagen.

Mit großer Zustimmung wurde die Installation von Kameras in Belfasts Studentenviertel aufgenommen – denn die inner-wöchentlichen Trinkgelage und deren ausufernde Konsequenzen, bis hin zu gewalttätigen Straßenschlachten mit einer nicht unbedingt zimperlichen Polizei, nehmen überhand und viele der anderen Anwohner fühlen sich gestört. So weit, so gut. Es mag überraschen, dass auch Sinn Fein Politiker wie Alex Maskey dem Zustimmen. Bisher hatten Republikaner in Nordirland die Kameras vor allem mit den Repressionen während der Troubles in Verbindung gebracht – gegen die katholische Bevölkerung. Nun sieht er sogar einen erzieherischen Sinn darin:

Alex Maskey, Sinn Fein MLA for the area said cameras “always have to some extent a limited effect”. “But at the end of the day there has been that much bother in this area the residents have been very strongly clamouring for some support and some assistance and unfortunately cameras have had to be put in. “So let’s hope that at least at this point in time they’ll be a deterrent to bad behaviour,” he said.

Wenn man allerdings die Strukturen sozialer Kontrolle, wie sie auch von den Paramilitärs in bestimmten Wohnvierteln Belfasts (und anderswo) ausgeübt wurde (wird?), dann ist es nicht überraschend, dass anti-soiales Verhalten nun auf “zivile” Weise eingedämmt werden soll und solche Maßnahmen auch begrüßt werden.

Ich bin leider nicht in der nächsten Woche hier um vom “Großkampftag” St. Patricks Day zu berichten, aber es wird bestimmt einiges los sein.

Adding comment 12. March 2010 - 15:15

Überwachung als Wahlkampf-Thema in GB

Labour versucht die Tories als weiche Waschlappen darzustellen, wenn es um die Sicherheit des Landes geht – vor allem hinsichtlich der Verfolgung von Kriminalität.

http://www.labour.org.uk/take-a-long-hard-look-at-the-tories-on-crime-johnson

Adding comment 11. March 2010 - 11:04

Extremismuserfahrungen schützen vor übertriebener CCTV-Euphorie

So sieht es zumindest Timothy Garton Ash, dessen Zitat ich heute im Tagesspiegel entdeckte:

“Tatsächlich ist es wohl Ihre Geschichte, die erklärt, warum Sie nicht so enthusiastisch über einen seine Bürger ausspionierenden Staat sind (zum wiederholten Male). So wie es der britische Akademiker und Journalist Timothy Garton Ash – der selbst eine Stasi Akte hatte und darüber in seinem großartigen Buch ["Die Akte Romeo", Anm.) geschrieben hat – aufgezeigt hat: “Precisely because German lawmakers and judges know what it was like to live in a Stasi state, and before that in a Nazi one, they have guarded these things [privacy] more jealously than we, the British, who have taken them for granted. You value health most when you have been sick”.”

Adding comment 3. March 2010 - 18:24

London calling

Auf tagesschau.de gibt es im Video-Blog “London Calling” den Beitrag “Great Britain is watching you”:

Kein Land hat mit dem Überwachungsstaat so ernst gemacht wie Großbritannien: Auf je 13 Einwohner kommt hier eine Kamera. Mehr Sicherheit bedeutet dies jedoch nicht. Denn es fehlt an Personal, um all die Bildschirme im Blick zu behalten. Die Konsequenz: noch mehr Kameras.

Leser/innen dieses Blogs werden darin nicht viel Neues erfahren. Interessant vor allem die Montage von Überwachungsaufnahmen eines Ladens, der ständig ausgeraubt wird und die Kommentare der Ladenbesitzer zur Nutzlosigkeit der Bilder.

Via netzpolitik.org.

Adding comment 27. February 2010 - 17:27

Camouflage-Kunst

Desiree Palmen, Bus Stop, 2002

Unsichtbar werden vor Überwachungs-Kameras? Drei Möglichkeiten. 1.) Cloak of Invisibility (scheidet für Muggel aus); 2.) Massiver Einsatz von High-Tech und “Metamaterialien” (teuer); oder 3.) man bittet die dänische Künstlerin Desiree Palmen um Hilfe. /// via

Adding comment 4. February 2010 - 10:23

Kameras können keine Muster erkennen

Als hätten wir es geahnt, aber zumindest gehofft: Der Aufsatz/Paper eines Informatikers zu den (Un)Möglichkeiten von Kameras Muster richtig zu erkennen könnte hilfreich für die Argumentation sein – aber wird das ein Argument gegen noch mehr und noch bessere Kameras sein? Ich befürchte nicht.

Kovesi P. (2009)  ‘Video Surveillance: Legally Blind? ‘ Proc. Aust. Pattern Recognition Society conference (DICTA09) pp. 204-211, IEEE Computer Society, December 2009, und hier gibt es auch noch den PowerPoint Vortrag.

1 Comment 1. February 2010 - 09:46

Künstliche Aufregung – unsinnge Überwachung?

Zeitungen und Fernsehen waren ganz nervös und witterten den nächsten großen Skandal – Funkkameras können angezapft werden! Ja, und? fragt sich der Bürger, Wissenschaftler oder Aktivist – davon reden wir seit Jahren – der Missbrauch lauert überall.

Ilka Kreutzträger hat es für die taz noch mal auf den Punkt gebracht. Ein Skandal ist nicht zu sehen – wohl aber jede Menge Dumm- und Frechheit.

Ähnlich kann man auch die Nutzung von Fingerabdruckscanner für die Anwesenheitskontrolle bei Gottesdiensten in einer polnischen Kirche sehen. Wenn es geht, wird es auch gemacht. Und wenn keine Regelungen gegen unsinnige und flächendeckende ANwendungen solcher Techiken existieren, kommen auch Kirchenleute auf komische Ideen – auch Gott sieht nicht alles, oder was ist die Überlegung dahinter? Dabei sind die Kirchen ohnehin voll in  Polen, warum also diese Aufregeung? Es zeigt aber dass noch lange nicht alle Räume und Situationen überwacht werden, die man überwachen könnte.

Adding comment 1. February 2010 - 09:30

Berlin, U-Bahn-Kameras, unscharfe Bilder

Die taz berichtet über die anstehende Evaluation der Videoüberwachung in der Berliner U-Bahn & in Bussen der BVG. Überraschung: Belastbare Zahlen gibt es nicht und die Kameras liefern unscharfe Bilder.

Adding comment 16. January 2010 - 13:00

Besseres Image ohne Kameras

Das es auch einmal nicht um die Interessen der Polizei und Innenpolitiker gehen kann, zeigt das Hamburger Beispiel des Hansaplatzes. Dort wurden, ungewöhnlich genug, Kameras abgebaut und es wird am Image des einst als Drogenbrennpunkt verschriehenen Platzes gearbeitet – vor allem von Seiten der Bewohner, die sich nicht länger bevormunden und in ihrer Wahrnehmung bestimmen lassen wollen. Ein kleiner Erfolg und ein Hinweis, dass unsere Studie zu Raumwahrnehmung und Videoüberwachung in wesentlichen Aspekten auf den Kopf getroffen hat (entschuldigt die Eigenwerbung, aber in diesem Fall ist es nötig).

Als im Mai 2007 auf dem Platz Überwachungskameras installiert wurden, wohnte er erst wenige Monate dort. “Die Videoüberwachung stigmatisierte den ohnehin verpönten Ort nur noch mehr”, erinnert sich der 30-Jährige, der mit seiner Frau Ann-Sophie und Töchterchen Line Marie in der Bremer Reihe wohnt und eine neue Gruppe von Anwohnern darstellt – junge Familien. Als Gegenbewegung rief der Journalist zusammen mit Nachbarn aus seinem Haus die Initiative Kultur statt Kameras ins Leben. Mit Kulturveranstaltungen wollten sie den Platz mit neuem Leben füllen. Der Plan ging auf:[....] mehr in der “Welt vom 13.1.2010.

http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article5828619/Der-Hansaplatz-wird-salonfaehig.html

Adding comment 16. January 2010 - 12:29

Buchvorstellung/Diskussionsrunde in Hamburg

Überwachungskritische Diskussionsrunde
Hamburg – 15.01.2010
Centro Sociale – Sternstraße 2
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt frei

Referenten:
- Peter Ullrich (Ko-Herausgeber, Ex-Leipziger Kamera): “Interventionen gegen Überwachung” – Vorstellung des Buches und der aktuellen Diskussion um die Überwachungskritik

- Torsten Michaelsen & Ole Frahm (LIGNA): Passagen proletarischer Ö entlichkeit.

- “Labor für unkontrollierbare Situationen”

Adding comment 15. January 2010 - 10:54

Previous entry


Kategorien

RSS feeds