Archiv für die Kategorie ‘Konsum’

50 Jahre Kundenkarte

Auch mir war das neu – aber die Kundenkarte wird 50 Jahre alt (Süddeutsche), wie andere Zeitungen auch berichteten. Es handelt sich dabei um um die Breuniger Card aus dem süddeutschen Raum, die eingeführt wurde, um die Kunden anschreiben lassen zu können. Heute funktioniert sie wie ein modernes Kundenbindungssystem, ähnlich payback oder anderen.

Rabatte und Einkaufs- und Konsumgesnossenschaften, die ähnliche Ziele verfolgten, gibt es bereits länger – aber als Kundenkarte bezeichnet ist es dann wohl die erste. Die Anbindung an das Unternehmen, ihr Erfolg und die Langlebigkeit zeigen auch das Kundenkarten und ihr Erfolg (und die Probleme hinsichtlich Datenschutz) nicht nur als Datenproblem oder Überwachung diskutiert werden können, sondern andere Perspektiven erfordern. Auch weil es die Rabatte selbst nicht sein können, die die Attraktivität der Karten ausmachen – die sind einfach zu gering.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf das bereits vergangene Jubiläum des Barcodes aufmerksam machen, das ich zum richtigen Zeitpunkt übersehen hatte – dafür hat Alex von Wortfeld daran gedacht.

1 Comment 11. November 2009 - 10:02

Werbung und Überwachung

Ein Fundstück aus Ottawa aus einem Obey-Shop, die auch Klamotten verkaufen….

surveillance_obey600

Adding comment 25. June 2009 - 08:53

Die Werbung schaut zu

“Watch an advertisement on a video screen in a mall, health club or grocery store and there’s a slim — but growing — chance the ad is watching you too.”

Nicht neu, aber eine gute Geschichte allemal.

Adding comment 1. February 2009 - 20:57

Call for Papers: Kultur – Technik – Überwachung

Kultur – Technik – Überwachung
Alltagspraktiken und Überwachung – Überwachungspraxen im Alltag

Eine Tagung am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität Hamburg,
Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung

Zeit: 9. und 10. Oktober 2009

Mehr Informationen gibt es auf den Seiten des Projektes Kultur(kontroll)technologien.

Adding comment 8. January 2009 - 15:04

Konferenz: Prosumer Revisited

Ende März findet in Frankfurt die Tagung Prosumer revisited statt. Die von Ebay geförderte Konferenz bietet eine interessante Mischung aus Marktforschung, Forschung zu Marktforschung und sozialwissenschaftlichen Ansätzen, die sich rund um das Phänomen des Prosumers – auch des Produsers (Bruns) – drehen. Ich bin mit einem Vortrag zu Konsum und Überwachung dabei.

Ein Bericht wird es also im April geben. Viel zu Überwachung ist nicht dabei – aber unter diesem Aspekt ist auch die Marktingforschung usw. interessant.

Adding comment 1. January 2009 - 12:05

IKEA goes Big Brother

Nils aus Hamburg(!) alleine zu Hause. Und wir dürfen alle zusehen. IKEA Deutschland hat für seine aktuelle Marketingkanpagne “Warte bis September” – dann nämlich wird der nächste Katalog ausgeliefert – Anleihen am bekannten RTL-Szenario genommen und eine Livewebcam in einer beinahe unmöblierten Wohnung installiert. Ein junger Mann vertreibt sich die Zeit, bügelt, ist am Telefon, hört Musik. Man hat zwei Kameraperspektiven zur Auswahl. Im Hintergrund zeigt eine Uhr die aktuelle Zeit an, ab und an läuft der Fernseher – damit man weiß, dass das, was man sieht, wirklich echt und live ist. Kommentare auch hier und hier. Das Ganze wirkt übrigens wie die Umkehrung der Idee des isrealischen Künstlers Guy Ben-Ner, der IKEA-Wohnwelten zur Gratis-Kulisse für eine Sitcom umfunktioniert hat.

1 Comment 23. August 2008 - 15:09

Billboards that look back.

The International Herald Tribune has an article about the latest in consumer research technology: Billboards that look back.

You thought you were looking at an advertisement, but in fact it is looking at you and scanning you for age, sex by way of biometric analysis – and race will be introduced as a feature soon

The goal, these companies say, is to tailor a digital display to the person standing in front of it – to show one advertisement to a middle-aged white woman, for example, and a different one to a teenage Asian boy.
“Everything we do is completely anonymous,” said Paolo Prandoni, the founder and chief scientific officer of Quividi, a two-year-old company based in Paris that is gearing up billboards here and abroad. Quividi and its competitors specifically target digital billboards, which tend to play short videos as advertisements

That is now, but what possibilities does that open – the Minority Report does ring a bell here.

Adding comment 18. June 2008 - 14:03

BIDs – ein anderes Instrument der Überwachung

Technische Überwachung steht zwar nicht im Zentrum, spielt aber auch eine
Rolle:

Töpfer, Eric, Volker Eick & Jens Sambale (2007): “BIDs – neues Instrument
für Containment und Ausgrenzung? Erfahrungen aus Nordamerika und
Großbritannien”
, in: Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft,
Nr. 149 (4/2007), S. 511-528.

Adding comment 11. April 2008 - 21:03

Handys organisieren den Alltag

Wenn man einmal nicht daran denkt, was die tollen Fähigkeiten der Handys noch so alles ermöglichen, dann ist das in der Tat eine super Sache. Ein Jubelbericht in der Computerwoche zu dem was Handys alles leisten in unserem Alltag – was ihre Technologien letztlich auch so erfolgreich machen dürfte und die Hemmschwelle diese Dienste und andere Datenkraken zu nutzen so niedrig.

Eine neuartige metergenaue W-Lan-Lokalisierung, die das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) entwickelt hat, soll zudem die Navigation in Städten verbessern, die zuweilen durch Aussetzer des satellitengestützten GPS in der Nähe von hohen Gebäuden und in Straßenschluchten unterbrochen wird. Zusammen mit dem Telefonbuch Verlag Hans Müller wollen die Fraunhofer-Forscher die Technik Anfang des Jahres in einer lokalen Suche mit den “Gelben Seiten” präsentieren. Dann können Nutzer, ohne zu wissen wo sie sich genau befinden, ein Taxi rufen oder sich via Handy zu einer Werkstatt lotsen lassen – und zwar ohne langatmig Straßennamen eingeben zu müssen.

Wow, das klingt klasse – da bleiben auch für Überwacher keine Fragen mehr offen…

Adding comment 5. January 2008 - 12:16

Karten und die private Überwachung auf der Biennale

Real Time Rome nennt sich das Projekt des MIT, welches als Teil der Biennale vorgestellt wird. Da sich darin auch Überwachungsaspekte finden lassen, wollte ich es nicht vorenthalten (von 2006 deshalb, weil es sich um den Architektur-Teil der diesjährigen Biennale handelt).

Real Time Rome is the MIT SENSEable City Lab’s contribution to the 2006 Venice Biennale, directed by professor Richard Burdett. The project aggregated data from cell phones (obtained using Telecom Italia’s innovative Lochness platform), buses and taxis in Rome to better understand urban dynamics in real time. By revealing the pulse of the city, the project aims to show how technology can help individuals make more informed decisions about their environment. In the long run, will it be possible to reduce the inefficiencies of present day urban systems and open the way to a more sustainable urban future?
IMG_5597.jpg Detail from Software 2. The yellow lines represent buses in real time and the red corresponds to density of people. Sep 2006

Es handelt sich dabei offensichtlich um Karten, mit denen eine Orientierung entlang ausgesuchter Faktoren erleichtert werden soll. Ob das schon Überwachung ist, mag bezweifelt werden – sicher ist aber das solche Technologien sich sehr gut eignen, um zielgerichtet im Konsumbereich oder aber auch in der Kontrolle von Menschen bzw. Gruppen von Menschen gentutzt zu werden. Die Visualisierung über Karten schafft entsprechende Übersichten und damit neue Wirklichkeiten durch Komplexistätsreduzierung – der Mensch als Datenbruchstück, in diesem Fall in der Rolle als Handybenutzer. Schön deutlich wird hier, wie über Karten Zeit und Raum verdichtet und in neue Zusammenhänge gesetzt werden kann und somit unsere Sicht auf die Welt beeinflussen und steuern kann.

1 Comment 11. July 2007 - 15:33

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