Archiv für die Kategorie ‘Konsum’

Apple erfindet das Spy Phone

Apple hat ein Patent angemeldet, das iPhone-Besitzer vor dem Diebstahl ihres Lieblingsgerätes schützen soll. Der Vorteil: Der Besitzer muss das Fehlen weder bemerken noch melden. Das Gerät selbst findet heraus, ob es gestohlen wurde. Der Nachteil: Der Benutzer wird rundum ausspioniert. SPIEGEL ONLINE hat das Wichtigste dazu aufgeschrieben. Entscheidend scheint mir diese Beobachtung zum Verhältnis von Technik & Mensch:

Das Gerät soll selbständig entscheiden, wann sich ein Nutzer verdächtig macht und es an der Zeit ist, seine Eingaben und sein Umfeld heimlich zu protokollieren, sein Gesicht zu fotografieren, seine Stimme zu analysieren. Die Logik ist modernen IT-Schutzprogrammen entlehnt, die Schadcodes auf Computern nicht mehr nur anhand von Signaturen entdecken wollen, sondern anhand ungewöhnlichen Verhaltens: Abweichendes Verhalten führt also dazu, dass der Nutzer quasi wie ein Virus behandelt wird.

1 Comment 23. August 2010 - 18:15

Maßgeschneiderte Werbung

Ist zwar schon zwei Wochen her, aber deshalb nicht irrelevant – ein Radioprogramm der BBC (bei ca. 27.00 Min), das sich mit Sky TV und deren Werbestrategien beschäftigt. In diesem Falle geht es um das, was man unter Geo-Marketing versteht:

“Sky already uses the information they hold about customers to determine the adverts they see when watching TV online but now they want to extend this to some of their TV channels. So what you get in an ad break will be determined by your post code, subscription package and other data they hold about you”.

in diesem Zusammenhang ist auch ein Bericht von n-tv interessant, der von Werbung berichtet, die erkennen kann, wer vorbei geht und sich entsprechend auf den Kunden dann einstellt – so eine Szene gab es auch in dem Spielberg Film “Minority Report”.  Hinter der Forschung steht in diesem Fall das Institut für Anthropomatik in Karlsruhe.

1 Comment 4. August 2010 - 20:46

50 Jahre Kundenkarte

Auch mir war das neu – aber die Kundenkarte wird 50 Jahre alt (Süddeutsche), wie andere Zeitungen auch berichteten. Es handelt sich dabei um um die Breuniger Card aus dem süddeutschen Raum, die eingeführt wurde, um die Kunden anschreiben lassen zu können. Heute funktioniert sie wie ein modernes Kundenbindungssystem, ähnlich payback oder anderen.

Rabatte und Einkaufs- und Konsumgesnossenschaften, die ähnliche Ziele verfolgten, gibt es bereits länger – aber als Kundenkarte bezeichnet ist es dann wohl die erste. Die Anbindung an das Unternehmen, ihr Erfolg und die Langlebigkeit zeigen auch das Kundenkarten und ihr Erfolg (und die Probleme hinsichtlich Datenschutz) nicht nur als Datenproblem oder Überwachung diskutiert werden können, sondern andere Perspektiven erfordern. Auch weil es die Rabatte selbst nicht sein können, die die Attraktivität der Karten ausmachen – die sind einfach zu gering.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf das bereits vergangene Jubiläum des Barcodes aufmerksam machen, das ich zum richtigen Zeitpunkt übersehen hatte – dafür hat Alex von Wortfeld daran gedacht.

1 Comment 11. November 2009 - 10:02

Werbung und Überwachung

Ein Fundstück aus Ottawa aus einem Obey-Shop, die auch Klamotten verkaufen….

surveillance_obey600

Adding comment 25. June 2009 - 08:53

Die Werbung schaut zu

“Watch an advertisement on a video screen in a mall, health club or grocery store and there’s a slim — but growing — chance the ad is watching you too.”

Nicht neu, aber eine gute Geschichte allemal.

Adding comment 1. February 2009 - 20:57

Call for Papers: Kultur – Technik – Überwachung

Kultur – Technik – Überwachung
Alltagspraktiken und Überwachung – Überwachungspraxen im Alltag

Eine Tagung am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität Hamburg,
Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung

Zeit: 9. und 10. Oktober 2009

Mehr Informationen gibt es auf den Seiten des Projektes Kultur(kontroll)technologien.

Adding comment 8. January 2009 - 15:04

Konferenz: Prosumer Revisited

Ende März findet in Frankfurt die Tagung Prosumer revisited statt. Die von Ebay geförderte Konferenz bietet eine interessante Mischung aus Marktforschung, Forschung zu Marktforschung und sozialwissenschaftlichen Ansätzen, die sich rund um das Phänomen des Prosumers – auch des Produsers (Bruns) – drehen. Ich bin mit einem Vortrag zu Konsum und Überwachung dabei.

Ein Bericht wird es also im April geben. Viel zu Überwachung ist nicht dabei – aber unter diesem Aspekt ist auch die Marktingforschung usw. interessant.

Adding comment 1. January 2009 - 12:05

IKEA goes Big Brother

Nils aus Hamburg(!) alleine zu Hause. Und wir dürfen alle zusehen. IKEA Deutschland hat für seine aktuelle Marketingkanpagne “Warte bis September” – dann nämlich wird der nächste Katalog ausgeliefert – Anleihen am bekannten RTL-Szenario genommen und eine Livewebcam in einer beinahe unmöblierten Wohnung installiert. Ein junger Mann vertreibt sich die Zeit, bügelt, ist am Telefon, hört Musik. Man hat zwei Kameraperspektiven zur Auswahl. Im Hintergrund zeigt eine Uhr die aktuelle Zeit an, ab und an läuft der Fernseher – damit man weiß, dass das, was man sieht, wirklich echt und live ist. Kommentare auch hier und hier. Das Ganze wirkt übrigens wie die Umkehrung der Idee des isrealischen Künstlers Guy Ben-Ner, der IKEA-Wohnwelten zur Gratis-Kulisse für eine Sitcom umfunktioniert hat.

1 Comment 23. August 2008 - 15:09

Billboards that look back.

The International Herald Tribune has an article about the latest in consumer research technology: Billboards that look back.

You thought you were looking at an advertisement, but in fact it is looking at you and scanning you for age, sex by way of biometric analysis – and race will be introduced as a feature soon

The goal, these companies say, is to tailor a digital display to the person standing in front of it – to show one advertisement to a middle-aged white woman, for example, and a different one to a teenage Asian boy.
“Everything we do is completely anonymous,” said Paolo Prandoni, the founder and chief scientific officer of Quividi, a two-year-old company based in Paris that is gearing up billboards here and abroad. Quividi and its competitors specifically target digital billboards, which tend to play short videos as advertisements

That is now, but what possibilities does that open – the Minority Report does ring a bell here.

Adding comment 18. June 2008 - 14:03

BIDs – ein anderes Instrument der Überwachung

Technische Überwachung steht zwar nicht im Zentrum, spielt aber auch eine
Rolle:

Töpfer, Eric, Volker Eick & Jens Sambale (2007): “BIDs – neues Instrument
für Containment und Ausgrenzung? Erfahrungen aus Nordamerika und
Großbritannien”
, in: Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft,
Nr. 149 (4/2007), S. 511-528.

Adding comment 11. April 2008 - 21:03

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