Selbstüberwachung kann ein Problem werden …
… denn nicht nur die Guten wissen dann, dass man nicht zu Hause ist. Und Gelegenheit macht bekanntlich Diebe.
Adding comment 25. February 2010 - 11:11
… denn nicht nur die Guten wissen dann, dass man nicht zu Hause ist. Und Gelegenheit macht bekanntlich Diebe.
Adding comment 25. February 2010 - 11:11
Welche Straftaten geschehen in meiner Nachbarschaft? Hauptstädter können’s jetzt daueraktualisiert herausfinden: Der Blaulichtatlas verbindet die Polizeiticker von Berlin & Brandenburg mit einer Google Maps-Anwendung, die die Vorfälle in den Kategorien Feuer/Kriminalität/Sonstiges/Unfall anbietet. Wer seine Adresse oder seinen Standort angibt, bekommt gezielt Ergebnisse aus seiner Umgebung, von “Durch Qualm geweckt – Feuer in Wohnhaus” bis zu “Räuber kam zum Geschäftsbeginn”, jeweils verlinkt auf die Polizeimeldung.
Adding comment 11. January 2010 - 13:38
Die “Leipziger Kamera. Initiative gegen Überwachung” hat vorerst ihre Arbeit eingestellt. Sechs Jahre lang haben wir Kritik an der allgegenwärtigen Ausweitung von Überwachungstechnologien und -pratiken geübt. Dabei haben wir unzählige Veranstaltungen organisiert, Vorträge gehalten, Interviews gegeben, Bündnisse unterstützt und Stadtführungen angeboten. Wir haben 2 Erich-Mielke-Gedächtnispreisverleihungen für „verdiente“ ÜberwacherInnen inszeniert, die Videokameras aus Leipzigs Innenstadt kartographiert, unsere Stadtführungen vertont, Aktionen mit den Space Hijackers, den New York City Surveillance Camera Players und dem Seminar für angewandte Unsicherheit durchgeführt und in unserem Buch KONTROLLVERLUSTE „33 Bespickungen des verrotteten, in Private-Public-Partnership gegrillten Sicherheitsbratens“ (W.D. Narr) versammelt.
Damit ist das Ziel selbstverständlich nicht erreicht, doch können wir feststellen, dass das politische Spektrum der Überwachungskritik in der Vergangenheit gewachsen ist. Nun ist es an der Zeit, dass andere das Projekt weiterführen, Überwachungskritik und Datenschutz mit linker Gesellschaftskritik, kritischem Urbanismus und respektlosem Aktivismus zu verbinden. Wir werden als Einzelpersonen auch in Zukunft in verschiedenen – auch thematisch verwandten – Gebieten aktiv sein, und versuchen auch unser Buch “Kontrollverluste. Interventionen gegen Überwachung” (Unrast-Verlag, Münster 2009, 18 EUR) zu begleiten und Buchvorstellungen zu organisieren.
Weitere Informationen und Probetexte zum Buch unter kontrollverluste.twoday.net
Adding comment 12. August 2009 - 10:01
Die EFF hat ein Dokument zur Locational Privacy veröffentlicht. Zur Erllärung, worum es geht:
Locational privacy (also known as “location privacy”) is the ability of an individual to move in public space with the expectation that under normal circumstances their location will not be systematically and secretly recorded for later use. The systems discusssed above have the potential to strip away locational privacy from individuals, making it possible for others to ask (and answer) the following sorts of questions by consulting the location databases.
Angesichts von GIS und anderen Technologien ein ziemlich wichtiger Aspekt unseres Lebens und der Verfügungsgewalt über unsere eigenen Daten, die wir in diesem Fall nicht aktiv abgeben, sondern die sozusagen durch unsere Bewegungen im Alltag produziert werden.
Literaturtipp: Mark Monmonier: Spying with Maps, 2002 Chicago (Univ. Press)
Adding comment 6. August 2009 - 16:24
Wie jedes Jahr auch dieses Jahr – der Hamburger Kriminalitätsatlas. Nun ist ein Atlas eine Sammlung von Karten, aber das ist nicht der eigentliche Kritikpunkt an der Karte, die auf der Hamburger PKS (kleine Erklärung bei Krimpedia.de) basiert.
Nun sind aber die Daten der PKS schon mit vorsichtig zu betrachten, dazu kommt dann noch der sehr saloppe Umgang mit dem Kartenmaterial und z.B. der Grundlage der Stadtteile, die viel zu groß sind, um eine Aussage darüber zu machen, wie gefährlich es wo ist. Menschen bewegen sich quer zu den Stadtteilen und oft innerhalb viel kleinerer Quartiere – das wird aber nicht gezeigt (mehr oder weniger aktuell passt dazu auch der Artikel aus dem TazBlog zur Videoüberwachung in Hamburg vom 19.7.2009).
Zur Verwendung von Karten bei der Polizei empfehle ich abermals Eric Töpfers Artikel: Daten, Karten, Lagebilder bei Telepolis.
Adding comment 4. August 2009 - 10:24
Es berührt den Komplex Überwachung und Kontrolle nur am Rande, aber es ist sicherlich lohnenswert: The Atlas of Cyberspace von Martin Dodge und Rob Kitchen. Nun gibt es das Buch als pdf unter einer Creative Commons-Lizenz frei und online.
Die Webseite auf dem das Buch basiert wird zwar nicht länger weitergeführt, aber ist weiterhin online: Cybergeography.org von Martin Dodge.
Adding comment 22. October 2008 - 17:27
Auf NDR Info lief in deren Wissenschaftsmagazin Logo ein interessanter Bericht (29.8.2008) über ein neues Verkehrsüberwachungssystem, mit dem Staus vermieden werden sollen. Dazu allerdings muss dass System viele Fahrzeuge kontrollieren bzw. deren Aufenthaltsort kennen, um über GPS die ausgewerteten Daten die von Stau bedrohten Autos zu warnen.
Die Sendung ist als Podcast hörbar. (ca. bei 24 Min.)
Das System heißt Coopers, “Co-operative Systems for Intelligent Road Safety”.
“Zielgerichtete, individuell angepasste und automatisierte Kommunikation zwischen Fahrzeugen und der Straße werden den Verkehr in naher Zukunft sicherer machen”, sagt Alexander Frötscher von der österreichischen Organisation AustriaTech und Coopers-Projektleiter, der ein 120-köpfiges europäisches Expertenteam um sich geschart hat. Eine der Hauptaufgaben des Systems ist das Sammeln von Verkehrsdaten. “Hierbei stützt sich das System einerseits auf bereits vorhandene Daten wie beispielsweise Informationen aus Verkehrsleitzentralen, andererseits sollen neue Möglichkeiten zur Datensammlung umgesetzt werden”. (aus. Computerwoche)
Ist die Sicherheit des Verkehrs (eine löbliche Angelegenheit) hier das Einfallstor für noch mehr Überwachung, denn Bewegungsprofile sind hiermit durchaus möglich. Beteiligt ist auch ein Frauenhofer Institut.
Adding comment 1. September 2008 - 14:38
Eric Töpfer zum neuen Kriminalitätsatlas der Berliner Polizei und zur Tendenz der Kartenwirklichkeit und Geoinformatialisierung polizeilicher Arbeit.
Mittlerweile scheint es, als würde der Traum von der Renaissance der Kriminalgeographie und einer umfassenden Geoinformatisierung der deutschen Polizei Wirklichkeit werden. GLADIS, GISPOLIS, GeoFES oder LABIS sind die Namen, auf die “Crime Mapping”-Software bei den hiesigen Länderpolizeien hören.
Sie dazu auch: Mit Karten die Welt(en) verstehen, bei Telepolis, 29. Juli 2006.
Adding comment 24. April 2008 - 10:17
Da tun sich ganz neue Perspektiven auf – eine Studie des Center for Geoinformation (CEGI) im Auftrag des Forschungsinstituts für Telekommunikation (FTK):
So führt die Untersuchung die Anwendungskompetenzen der beiden Querschnittstechnologien in Nordrhein-Westfalen auf und zeigt anhand von Best-Practise-Beispielen wie im Umfeld der Gefahrgutverfolgung oder des “Kiddy-Trackings” in Vergnügungsparks, dass verschiedene verbindende Wertschöpfungsketten denkbar sind. In einer Expertenbefragung unter vierzig Vertretern beider Branchen eruiert die Studie, wie weit Vorteile aus einer Kombination beider Technologien bekannt sind und welche Potentiale sich für zukünftige Anwendungen daraus ergeben.
Und wenn es um RFID im Konsumbereich geht, scheinen sich viele Kunden gar nicht so genau damit auszukennen und auch noch skeptisch zu sein, was ihre Daten angeht, so eine Studie der RWTH Aachen.
Adding comment 3. February 2008 - 18:50
Gerade habe ich einen Bericht über ein Projekt zur Stasi in Erfurt gehört (auf dradio) – darüber hatten sie bereits schon einmal berichtet. Von Interesse dann – die Geografie der Stasi. Berichtet wurde von einem Kunstprojekt , “mit dem deutsche, englische und schwedische Künstler die “Architektur der Überwachung” ergründen wollen”. Wenn auch älter, so finde ich das immer noch höchst interessant, auch weil hier räumliche Verbindungen der Akteure und Objekte der Überwachung gezogen werden und die vermeintliche neutrale Welt der Architektur mit einbezogen wird. Räume werden eben konstruiert – auch die der Überwachung, zwingend sogar, um überhaupt erst die Vorraussetzung für Beobachtung, Spionage, eventuell auch Disziplin und Sicherheitsbedürfnis zu schaffen.
Adding comment 29. January 2008 - 08:35