Archiv für die Kategorie ‘Fernseh/Radio/Medien-Tipp’

Kann man Datenschutz lernen?

Die Veranstaltung ist zwar schon etwas älter, aber das Video mit den Vorträgen und den Diskussionen lohnt sich noch immer. Aus der Annenberg Washington Series hier ein Video zum Thema “Can privacy education help consumers?” (April 17, 2008, National Press Club, Washington, D.C., http://annenbergwashingtonseries.org/

Veranstalter ist Joseph Turow, der als Kommunikationswissenschaftler einige interesannte Dinge zum Thema Privastphäre und Datenschutz geschrieben hat – sein Blog Media today and tommorrow – sein Profil an der Annenberg School for Communicatons, Uni. of Pennsylvania.

Adding comment 30. August 2010 - 10:36

Maßgeschneiderte Werbung

Ist zwar schon zwei Wochen her, aber deshalb nicht irrelevant – ein Radioprogramm der BBC (bei ca. 27.00 Min), das sich mit Sky TV und deren Werbestrategien beschäftigt. In diesem Falle geht es um das, was man unter Geo-Marketing versteht:

“Sky already uses the information they hold about customers to determine the adverts they see when watching TV online but now they want to extend this to some of their TV channels. So what you get in an ad break will be determined by your post code, subscription package and other data they hold about you”.

in diesem Zusammenhang ist auch ein Bericht von n-tv interessant, der von Werbung berichtet, die erkennen kann, wer vorbei geht und sich entsprechend auf den Kunden dann einstellt – so eine Szene gab es auch in dem Spielberg Film “Minority Report”.  Hinter der Forschung steht in diesem Fall das Institut für Anthropomatik in Karlsruhe.

1 Comment 4. August 2010 - 20:46

Kameras: Wildwuchs, Diskurs: Stillstand

SPIEGEL Online hat einen Artikel über Videoüberwachung in Berlin: Kameras außer Kontrolle. Viele Neues steht nicht drin: Keine “Kriminalschwerpunkte” im Berliner ASOG, Zahl der Kameras seit Jahren steigend, keine zentrale Meldepflicht, die meisten Kameras ohne Hinweise, viele Kamerasignale unverschlüsselt, also “anzapfbar”, kaum präventive oder repressive Wirkung des Einsatzes, keine Evaluationen, die Politik gibt sich dennoch überzeugt, usw.

Am Ende steht: “Kameras sind kein Allheilmittel.” Den Satz hat man schon zu oft gehört, als dass er noch sinnvoll wäre. Die Technik entwickelt sich weiter, die Kameras breiten sich aus, aber der Diskurs darüber scheint stehen zu bleiben – man sagt oder schreibt halt, was man immer sagt oder schreibt. Warum ist das so?

Schlimmer noch: Zugleich setzt der SPIEGEL einen Link von einem scheinbar “kritischen” Artikel auf einen Hintergrundartikel eines Vertreters des thüringischen Innenministeriums, der munter Klischees und Mythen weiter verbeiten darf, u.a den so beliebten wie falschen Zusammenhang zwischen “Kriminalität”, “Vandalismus”, “sozialen Randgruppen”, der “Verwahrlosung öffentlicher Orte” und dem berühmten “Sicherheitsgefühl der Bevölkerung”. Oder, dass  ausgerechnet die Pilotprojekte in Brandenburg als Beweis für die Nützlichkeit von Überwachung gelten dürfen, dabei wurde sie teilweise sogar wgene Erfolgslosigkeit wieder eingestellt. Oder dass sich mit Hilfe von Videoaufzeichnungen “rasch Geschehensabläufe rekonstruieren und Tatverdächtige identifizieren” lassen usw., bla bla bla…

Update: SPIEGEL Online legt mit einem (ähnlich lieblos recherchierten) Artikel über CCTV in London nach: Big Brother sieht sich satt.

Update (2): Nun auch ein Artikel über New York. Der Autor behauptet, der so genannte “Ring of Steel” in London, “ein Hightech-Kordon”, bestünde “aus schätzungsweise einer Million Kameras”, eine viel – gigantisch – zu hoch gegriffene Übertreibung/Schätzung. Die genaue Zahl der Kameras, die dem “Stahlring” zugerechnet werden können (und diese Zurechnung ist an sich schon ein Problem; der “Ring of Steel” ist kein einheitliches CCTV-System, sondern eine martialisch-blumige Umschreibung für eine Kombination verschiedener,auch baulicher Maßnahmen in der City of London,  ANPR-Kameras machen nur einen Teil davon aus) liegt wohl eher zweischen ein- und dreitausend; vgl. Jon Coaffees exzellent recherchierten Aufsatz.

Adding comment 19. July 2010 - 15:58

Videoüberwachung und Ethik

Auf DeutschlandRadio Kultur gab es ein Interview zu den ethischen Grenzen der Videoüberwachung. Angesiedelt ist es im Projekt “MuVit – Mustererkennung und Video-Tracking. Sozialpsychologische, soziologische, ethische und rechtswissenschaftliche Analysen” (darüber hatte ich hier bereits geschrieben).

Regina Ammicht Quinn, die Leiterin des Projektes:

“Wir haben jetzt im Vorfeld die Chance, während der Technikentwicklung zu überlegen: Welches wären denn innerhalb dieser Technikentwicklung die ethisch relevanten Punkte? Gibt es da welche? Kann eine Technik so oder entwickelt werden? Es ist nicht ethisch relevant, ob der Knopf grün oder blau ist. Aber es ist unter Umständen ethisch relevant, welche Vorrichtungen tatsächlich da sind. Wie, auf welche Art und Weise diese Aufmerksamkeitslenkung passiert. Oder sozusagen welche Grundbegriffe oder welche Grundurteile so einer Mustererkennung zugrunde gelegt werden.

Die Arbeit an solchen Projekten ist nicht ehrenrührig, aber zumindest schwierig, denn da könnten insbesondere kritische Wissenschaftler unter Umständen in Zwiespälte geraten, die man so offen einmal thematisieren sollte. Ich selbst habe mir eine Teilnahme an einem anderen BMBF Sicherheitsprojekt daher länger überlegt und dann zugesagt. Die Gründe erläutere ich, wenn das Projekt startet.

1 Comment 16. July 2010 - 21:50

Law in Action – BBC Radio 4 programme on privacy

Eine gute halbe Stunde lang – ein Radiofeature zur Frage, wann ist etwas öffentlich, wann privat? Das alles vor dem Hintergrund britischer Anti-Terror-Gesetze, die es u.U. auch verbieten Fotos von Gebäuden zu machen. Nicht immer liegen die Leute richtig, die meinen sie können darüber bestimmen oder sich vor Fotografen schützen. Die Ausstellung “Exposure” kommt auch darin vor. Insgesamt hörenswert.

Joshua Rozenberg investigates how the police, the courts and those responsible for protecting personal data strike a balance between the need to safeguard civil liberties and the police’s responsibility to prevent crime. Are there enough safeguards to protect the public from being unfairly linked with criminals? Is maintaining public order being used as an excuse to engineer a surveillance society? Or are the authorities simply taking the minimum steps to ensure a determined and well-organised minority of protesters bent on disruption do not wreck the lives of the law-abiding majority?

Radio: Law in Action – Tue, 08 Jun 2010 (BBC Radio 4)

Law in Action website

Adding comment 9. June 2010 - 17:05

The Simpsons: To Surveil With Love

Springfield unter Videoüberwachung.

Sehr, sehr lustig.

Adding comment 24. May 2010 - 10:50

Social Software mit Privatsphäre. Diaspora

Die 4 Nerds in dem Video haben eine interessante Idee, die die Aufmerksamkeit der Surveillance Forscher sicherlich verdient. Ob das Ergebnis wirklich das kann und tut, was die Jungs sich vorstellen, weiß ich nicht. Schaut’s euch an.

(Ein für mich interessanter Aspekt ist die Bemerkung, dass “sharing” ein Aspekt des Sozialen sei – die Implikationen dieser Aussage müsste man angesicht der sozialen Netzwerke einmal genauer nachgehen. Die Gabe von Marcel Mauss und eine in diese Richtung gehende anthropologische Perspektive wäre dafür durchaus brauchbar)

Adding comment 14. May 2010 - 12:32

Interview zu Facebook und Privatspäre

Im schwedischen Radio habe ich ein Interview zu Facebook, Privatsphäre usw. gegeben. Das Interview ist in deutsch und wurde mit “voiceovers” gesendet. Sollte jemand also schwedisch sprechen – hier findet ihr es: ”Inga coola ungdomar bryr sig om det privata”. (Für alle die spreche kein schwedisch sprechen, so wie ich, zum Hören müsst ihr auf den Lautsprecher drücken, “Lyssna” steht dahinter).

Siehe auch:

1 Comment 4. May 2010 - 10:33

Überwachung als Wahlkampf-Thema in GB

Labour versucht die Tories als weiche Waschlappen darzustellen, wenn es um die Sicherheit des Landes geht – vor allem hinsichtlich der Verfolgung von Kriminalität.

http://www.labour.org.uk/take-a-long-hard-look-at-the-tories-on-crime-johnson

Adding comment 11. March 2010 - 11:04

London calling

Auf tagesschau.de gibt es im Video-Blog “London Calling” den Beitrag “Great Britain is watching you”:

Kein Land hat mit dem Überwachungsstaat so ernst gemacht wie Großbritannien: Auf je 13 Einwohner kommt hier eine Kamera. Mehr Sicherheit bedeutet dies jedoch nicht. Denn es fehlt an Personal, um all die Bildschirme im Blick zu behalten. Die Konsequenz: noch mehr Kameras.

Leser/innen dieses Blogs werden darin nicht viel Neues erfahren. Interessant vor allem die Montage von Überwachungsaufnahmen eines Ladens, der ständig ausgeraubt wird und die Kommentare der Ladenbesitzer zur Nutzlosigkeit der Bilder.

Via netzpolitik.org.

Adding comment 27. February 2010 - 17:27

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