Archiv für August, 2006

Konferenz: The New Surveillance

A critical analysis of research and methods in Surveillance Studies

A two day international Conference hosted at the Center for Technology and Society of the Technical University Berlin Thursday November 30th and Friday December 1st.

featuring:
Nick Tilley, Nottingham Trend University, UK
Kevin Haggerty, University of Alberty, Canada
Elia Zureik, Queens University, Canada
Heidi Mork Lomell, University of Oslo, Norway
Clive Norris, University of Sheffield, UK
Gary T. Marx, M.I.T., USA (to be confirmed)
Thomas Mathiesen, University of Oslo, Norway
and others …

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Adding comment 22. August 2006 - 07:43

Nachtrag: Mehr zur Videoüberwachung

Der WDR hat ein informatives Dossier und aktuelle Infos zum Thema rund um die Kameras zusammengestellt.

WDR 2 - Radiobeiträge
WDR - 5 Fragen rund um die Videoüberwachung: Mehr Kameras für mehr Sicherheit?

1 Comment 21. August 2006 - 15:56

Terror, Videoüberwachung und die Phantasien der Politiker

Es ist Montagmorgen… ohne groß überrascht zu sein, nehme ich zur Kenntnis, dass die Terror-Schwachköpfe, die mit selbstgebastelten Kofferbomben die Republik erschüttern wollten, es zumindest geschafft haben, die ohnehin schon schwierige Debatte um die Videoüberwachung (bisher hauptsächlich zur Kriminalitätsbekämpfung) zum absoluten Topthema zu machen. Kritik wird unmöglich! Danke, Super!! Meine Symphatie mit euch war nie hoch und wird es auch nicht werden - ich verabscheue derartige Aktionen ganz gleich wo und wie. Dennoch, die Reflexe der Politiker sind genauso hilflos und vorhersagbar… immer nur Videoüberwachung - und damit ist dann alles geregelt? Hier die neuesten Forderungen.

Innensenator Nagel in Hamburg fordert mehr Kameras bei NDR Online
Videoüberwachung und Railmarshalls in Zügen bei tagesschau.de
Erweiterte Videoüberwachung genehmigt (in Berlin) beim Kölner Stadtanzeiger
Politiker fordern Kameras und Zugbegleiter (bewaffnet!) in der WELT
Kameras halten Täter ab (Bouffier in Hessen) bei Berliner Zeitung
und viele mehr… mit ähnlichen Aussagen und Meinungen.

und dann noch der Spiegel Online mit einem längern Artikel und einigen Aussagen von Wissenschaftlern (die sonst selten zu Wort kommen) u.a. mit Stefan Czerwinski aus unserem Projekt. - und noch mehr zu Videoüberwachung.

3 Comments 21. August 2006 - 09:40

Streit um Kameras auf Hamburger Dom

Die Hamburger Innenbehörde hat beschlossen auch beim größten Hamburger Volksfest, dem Dom, an der Videoüberwachung festzuhalten. Die Kameras dort waren im Zuge der Fan-Feste zur Fußball-WM dort installiert worden. Nun regt sich Widerstand in der Hansestadt. Die Grünen halten die Kameras für nutzlos und wehren sich gegen die Ausweitung der Videoüberwachung über die Reeperbahn hinaus. Auch dort gab es schon Kontroversen über deren Zweckmäßigkeit und den tatsächlichen Nutzen.

Infos dazu bei: NDR Online und Taz

Laut einer jetzt veröffentlichten Antwort des Senats auf eine GAL-Anfrage haben die installierten Kameras allerdings bislang kein einziges Mal einen konkreten Beitrag zur Aufklärung einer Straftat geleistet. Damit entfällt in Möllers Augen jede Begründung für einen Dauereinsatz, zumal Innensenator Udo Nagel (parteilos) mehrfach zugesagt hatte, Überwachungskameras nur an absoluten Kriminalitätsschwerpunkten zum Einsatz zu bringen. (taz)

Dagegen hält die Innenbehörte:

Die Innenbehörde wies die Kritik Möllers zurück. Es sei von vornherein geplant gewesen, die Kameras ausschließlich zur taktischen Führung der Polizeikräfte zu nutzen, etwa um Beamte gezielt zu Rangeleien dirigieren zu können, sagte Sprecher Marco Haase zu NDR 90,3. Die Videoüberwachung sei kein Allheilmittel, aber zusammen mit starker Polizeipräsenz durchaus erfolgreich, so der Innenbehördesprecher weiter.(NDR Online)

Insgesamt muss ich feststellen, dass die Diskussion um die Videoüberwachung in Hamburg am Mangel an guten Argumenten leidet. Natürlich können keine Aussagen zum Erfolg der Kameras auf der Reeperbahn getroffen werden - dazu ist es zu früh. Die Kameras auf dem Dom allerdings entbehren einer schlüssigen Begründung ebenso…
Wenn Innenstaatsrat Christoph Ahlhaus (CDU) die Maßnahme damit veteidigt, dem “Schutzbedürfnis der Dom-Besucher” damit “gerecht zu werden” - so ist das einfach Unsinn und hat keine empirische Grundlage. Woher weiß er das??? Mehr als ein Schlagwort ist das Gerede vom Sicherheitsgefühl nämlich hier nicht… Ahnung hat weder die Polizei, noch die Politik was das eigentlich ist und ob es überhaupt so besteht (oder eben nicht) wie immer behauptet wird.

Adding comment 18. August 2006 - 10:33

Muslime links - alle anderen rechts!

Wie das Handelsblatt bereits gestern berichtet hat, erwägen die britischen Sicherheitsbehörden, eine gesonderte Kontrolle für Muslime an Flughäfen einzuführen.

Nach Informationen der Zeitung „The Times“ wird im Transportministerium darüber nachgedacht, Passagiere, die sich verdächtig verhalten, einen ungewöhnlichen Reiseweg haben oder einen bestimmten religiösen oder ethnischen Hintergrund haben, besonders zu kontrollieren. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es gebe schon heute „mehrstufige“ Sicherheitskontrollen, die jetzt eventuell angepasst werden müssten. (Handelsblatt)

tagesschau.de hat einige Hintergrundberichte und Audios mit Kommentaren und Reaktionen britischer Muslime.

Letztendlich stellt sich bei alledem die eine wichtige Frage: Wie erkennt man den religiösen Hintergrund von Muslimen (oder anderen), die keine Kopftuch, Bart, Mütze oder den Koran offen auf dem Arm tragen….?? Ohne hier mit Totschlageargumenten zu kommen… die Idee hinterlässt doch einen obszönen Beigeschmack, der an längst vergangen gedachte Zeiten erinnert. HIer findet eine soziale Kategorisierung zur Auslese von Verdächtigen statt, die ihren Weg auch in eine technische Umsetzung finden könnte - denn letztlich sind es Menschen und deren Ideen, die die Parameter für das was gefunden werden soll, in die Computer eingeben. Auch Software ist nicht neutral, sondern das Ergennis eines sozialen und technischen Entwicklungsprozesses. Ein aktueller Bericht (17.8.2006) steht im britischen Guardian: “Terror: EU plan for vetting of air passengers”:

A system for the “positive profiling” of European airline passengers is to be urgently explored in response to last week’s alleged airline terror plot, European interior ministers meeting in London agreed yesterday.
The home secretary, John Reid, insisted that the new system, which would affect all domestic and international flights in and out of Europe, would not involve screening by religion or ethnic background but would be carried out well in advance of flights based on biometric checks - electronic eye or facial scans. (Guardian)

Ob das so stimmt - oder ob das nicht Tür und Tor für andere Dinge öffnet… ?!

Abgesehen davon ist allein die Idee der getrennten Kontrolle nach Religion, ethnischer Herkunft (was heißt das schon) so absurd…. aber wahrscheinlich haben wir das Ende der ganzen Aktion und ihrer Folgen eh noch nicht gesehen…

1 Comment 17. August 2006 - 08:33

Bürgerfreiheit statt Überwachungsstaat

Die Friedrich-Naumann-Stiftung veranstaltet ein Online-Seminar zu Fragen der Freiheit und Sicherheit in unserer liberalen Gesellschaft.

Vom 14.08.2006 bis 28.08.20006 kann man online und umsonst dort mitmachen.

Freiheit und Sicherheit stehen für Liberale immer in einem Spannungsverhältnis zueinander. Wesentliche Aufgabe des Staates ist es, Freiheit und Eigentum seiner Bürger zu schützen. Gleichzeitig sind der Schutz der Menschen vor staatlichen Übergriffen und der Schutz der Privatsphäre ein vorrangiges Ziel. In Zweifelsfällen stehen Liberale immer auf der Seite der Freiheit.

Ob auch die FDP und die Liberalen das bei der aktuellen Lage lange durchhalten, bleibt abzuwarten…

(Danke an Marco für den Tipp.)

Adding comment 17. August 2006 - 08:02

Keine Angst vor dem Überwachungsstaat

Die Kameraüberwachung der Falschparker wurde in den letzten Tagen an verschiedenen Stellen kommentiert… hier ein schöner Artikel dazu aus der Sächsischen Zeitung (ursprünglich von der dpa…) - die Engländer stören sich an den Kameras so gut wie kaum… komisch, wenn man das Thema ID card dort erwähnt, werden sie äußert schmallippig und sehen ihr Land kurz vor dem Faschismus - so sind wohl die Prioritäten überall anders…

…dennoch, der Schluss des Artikels sollte all den Rufern von Videoüberwachung nach den Kofferfunden bei der Bahn und dem Fahndungserfolg von London zu denken geben… ob’s helfen wird…. ??

Denn selbst nach mehr als einem Jahrzehnt an Erfahrungen ist immer noch strittig, ob die Kameras vorbeugende Wirkung haben. Im Auftrag des Innenministeriums wurden kürzlich die Verbrechensstatistiken von 14 Gebieten vor und nach dem Aufstellen von CCTV-Kameras miteinander verglichen. Ergebnis: Einen deutlichen Rückgang der Straftaten gab es nur in einem einzigen Gebiet.

Adding comment 14. August 2006 - 11:22

Überwachung und Doping

Eines der perfektesten staatlichen Überwachungssysteme hat zweifelsohne in der DDR bestanden - die Verbindungen zum Sport waren dabei mehr als eng, wie der Sporthistoriker Giselher Spitzer meint (tagesschau.de). Überhaupt sollte die DDR auch unter Überwachungsaspekten untersucht werden - denn für die Forschung auch in Bezug auf andere Systeme gibt es dort eine Menge zu erforschen und zu lernen. Ein Buchtipp dazu ist: Stasiland von Anna Funder.

Weitere Informationen zur Stasi beim BStU.

Adding comment 11. August 2006 - 09:37

Geschichte der CIA

Zufällig bin ich gestern auf ein interessantes Programm gestoßen.. die Geschichte der CIA bei ARTE - das hat alles mit Überwachung zu tun.. und ist noch gut gemacht… Die nächste Sendung ist am 16. August.. reinschauen lohnt sich. Und wer bis dahin nicht warten kann - kann sich mit einer netten Flash-Animation zur CIA die Zeit vertreiben.

Adding comment 10. August 2006 - 09:37

Umfrage: Bürger für Videoüberwachung - ?

Was macht man, wenn man etwas zum Berichten haben will? Richtig, eine Umfrage - und immer schön mit dem Zusatz “repräsentativ”. So auch der Stern, der Forsa beauftragt hat, herauszufinden, wieviele Bürger sich ein verstärkte Videoüberwachung an Bahnhöfen und in Zügen wünschen. Ergebnis: 60% sind dafür, 36% dagegen. Vielleicht sind diese 36% diejenigen, die wissen, dass es bereits reichlich Kameras an Bahnhöfen gibt… anders als offensichtlich so viele Politiker, die das Sommerloch füllen wollen. Nach den Bombenanschlägen von London im letzten Jahr waren es übrigens auf eine ähnliche Frage noch 72%…. scheint so schlimm nicht gewesen zu sein, die Koffer… denn 60% bekommt man bei einer x-beligbigen Umfrage zu jedem auch unverdächtigen Moment auf diese Frage, welche im Übrigen kompletter Unsinn ist - die Beurteilungen der Bürger sind, wenn sie denn einmal ordentlich gefragt würden, wesentlich differenzierter… Glauben sie auch an die Sicherheit durch die Kameras? - halten sie diese für eine Verletzung ihrer persönlichen Rechte? - Wo würden sie überall Kameras dulden? - und vertrauen sie dem Kameraspersonal? - das sind die interessanten Fragen in diesem Zusammenhang… aber damit lassen sich keine Politik und wahrscheinlich keine aufregenden Artikel machen…

Unsere Ergebnisse geben ein anderes Bild - bei ebenfalls 60% Zustimmung zu der sehr allgemeinen Frage - Sind sie für Videoüberwachung? - andere Fragen zeigen allerdings ein differenzierteres Bild.. Sobald wir fertig ausgewertet haben, erzählen wir an diesem Ort ein wenig mehr davon.

4 Comments 10. August 2006 - 09:29

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