Sicheres Reisen, Flüchtlinge und anderes
Die aktuelle ZEIT (Nr.30) scheint auf zufälliige Weise zu einer Überwachungs-Sonderausgabe geworden zu sein. Vor dem Hintergrund Südafrikas, wo ich mich gerade aufhalte, ist der Artikel in der Reiseabteilung höchst interessant. In sicherem Gewahrsam gibt schöne Momentaufnahmen von Urlaub hinter unsichtbaren und sichtbaren Zäunen in Südafrika (Sun City) Ägypten und auf einem Kreuzfahrtschiff. Passend dazu wird im Dossier gezeigt, wohin all diejenigen gehen, die keinen Zugang zu den Ferienparadiesen haben bzw. nicht davon profitieren. Gestrandet in Europa zeigt die absurden und gefährlichen Überfahrten afrikanischer Flüchtlinge nach Teneriffa - ins sichere Europa.
Zusätzlich bietet die Zeit noch etwas zum Thema Kartierung, Überwachung und Konsum an…. Deutschland privat
Adressenhändler und Unternehmen sammeln Daten über jeden von uns und verknüpfen diese jetzt mit digitalen Landkarten. Das lässt unsinnige und gefährliche Schlüsse zu.
Karten, das kann man schon anhand der präsentierten Beispiele sehen, geben nicht nur Auskunft über unsere Umwelt, sondern auch über die Produzenten der Karten… mehr dazu ein anderes Mal. Nur noch dies: Der Spiegel hatte in der letzten Woche einen Artikel zum Web 2.0… zum neuen Hype und warum dieses Mal alles klar geht mit der neuen Welt und vor allem mit dem Erfolg und dem Geld… nur dass sie die Frage nach dem “Wie machen wir Geld damit?” nicht beantworten konnten, und auch keiner der Akteure, wundert mich…. Daten Daten Daten. Soviel haben wir alle noch nie freiwillig und für die Ewigkeit von uns preisgegeben. Karten lassen sich im übrigen auch prima daraus erstellen. In typischer Spiegel-Manier sehen die Autoren schon wieder ein neues Zeitalter herbeiziehen… und übersehen die Kontroll- und Marketingaspekte und deren Gefahren voll und ganz…
Beginnt eine eine neue Ära des Internet, im Szenejargon Web 2.0 genannt? In diesem neuen Web-Zeitalter spielen die Nutzer, die User, die Hauptrolle: Aus passiven Konsumenten werden höchst aktive Produzenten. Millionen Leser, Radiohörer und Zuschauer schaffen die Inhalte für sich und ihresgleichen selbst.
24. July 2006 - 10:01 owl content
3 Comments Write a comment
1. netzpolitik.org: » &hellip | 24. July 2006 um 14:27
[...] via Surveillance Studies von Ralf Bendrath um 15:26 | abgelegt in General, Datenschutz, Deutschland Trackback URL | Comment RSS Feed Tag at del.icio.us | Incoming links [...]
2. Lapidarium42 » Blog&hellip | 25. July 2006 um 07:08
[...] Die ZEIT über Profiling mittels Statistik: Wer in einer Gegend mit geringem Durchschnittseinkommen wohnt, kann manchmal lange in der Callcenter-Wartschleife hängen, auch wenn er selber wohlhabend und eigentlich ein guter Kunde ist. Wer in Berlin-Dahlem wohnt, bekommt eher Werbung für Golfclubs und -zubehör als jemand in Neukölln, auch wenn er eigentlich leidenschaftlicher Fussballer ist. Diese Art des Profiling per Statistik ist bei der Werbung ja noch recht harmlos, wird aber auch bei repressiven Angelegenheiten wie Rasterfahndung oder No-Fly-Lists angewandt. Die aktuelle Zeit hat einen Artikel dazu und auch ein paar schöne Deutschlandkarten online, die mal zeigen, wie unsinnig diese Korrelationen oft sind. Gefährliche Karten: Sie finden Zusammenhänge, die keine sind: Datenforscher und Adressenhändler korrelieren Golf mit Politik, und Rauchen mit Diebstahl. via Surveillance Studies [...]
3. Surveillance Studies &raq&hellip | 25. July 2006 um 09:31
[...] Tageschau.de “Hunderte ertrinken vor unserer Haustür”. (25. Juli 2006).. Nachtrag zum Eintrag von gestern. [...]
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