Whistleblower gegen Big Data-Missbrauch

Die ZEIT hat eine Kampagne gegen den Missbrauch von Big Data gestartet. Unter dem Titel “Wir wollen von Ihnen hören” kann man sich melden, wenn man in der Tech-Industrie arbeitet und Informationen über Missbrauch oder andere nicht korrekte Dinge, Geschäftsmodelle usw. hat.

Besitzen Sie Informationen, wonach ein Technologieunternehmen etwas Falsches tut oder mit seinen Daten nicht korrekt umgeht? Sind Sie nach nach bestem Wissen und Gewissen davon überzeugt, dass die Öffentlichkeit Schaden nimmt, dass sie ausgenutzt oder hinters Licht geführt wird?

Ich finde das hier deshalb interessant, weil es es einerseits um das Thema Big Data geht, das auch im Feld von Überwachung und Kontrolle eine bedeutende Rolle spielt; andererseits ist Whistleblowing durchaus etwas, das man als sousveillance bezeichnen könnte.

Zu diesem Them gibt es dann noch zwei Webseiten, auf die ich in diesem Zusammenhang aufmerksam machen möchte.

Ans Tageslicht und das Whistleblower Netzwerk. Vor allem Ans Tageslicht dokumentiert eine Reihe von Fällen und ist eine exzellente Recherchequelle für Geschichten von Whistleblowern, auch den auf den ersten Blick nicht so spektakulären. Das Signals Network, zu dem auch die ZEIT gehört, will sicherlich die ganz großen Geschichten. Ob das Thema Daten allein so geeignet ist, bezweifele ich, denn eine Skandalisierung von Daten und Datengebrauch allein erklärt nicht viel, wenn man nicht auch die gesellschaftlichen Hintergründe und sozialen Einbettungen von Sammlungen, ihrem Missbrauch und den geteilen und so wertvollen Informationen bewertet. Da wäre in vielen Berichten noch Luft nach oben, aber ein Anfang ist gemacht und die offensive Art ist zu begrüßen. Mal schauen, ob wir Geschichten darüber zu hören bekommen.

 

 

 

 

 

 

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