Literatur und Surveillance Studies

Ich war einen Tag bei der sehr gelungenen Tagung Surveillance | Society | Culture in Göttingen. Es gab für mich sehr ungewöhnliche Perspektiven zu Überwachung zu hören, was vor allem damit zu tun hat, dass dort fast ausschließlich Kulturwissenschaftler/innen, besonders Literaturwissenschaftler/innen und die American Studies vertreten waren. Die Frage, die mich beschäftigt ist: Was haben diese Perspektiven, ihre Interpretationen von Romanen, Filmen und anderen Quellen den etablierteren zu sagen: der Soziologie, Politikwissenschaft, Kriminologie, Anthropologie, Recht etc.? Wie können wir ihre Ergebnisse nutzbar für unsere Forschung machen?

Eine Verbindung fiel mir beim Grübeln ein: In 3 Days of the Condor liest der von Robert Redford gespielte Charakter Bücher …

… und versucht so Informationen über die Wirklichkeit heraus zu filtern. Eine abenteuerliche Geschichte und ein wunderbarer Film. Aber vielleicht auch eine Verbindung. Literatur als Verarbeitung der Wirklichkeit, als Standortbestimmung, wir müssen nur richtig lesen – nicht nur unser Aufsätze, sondern auch das andere, die schöne Literatur. Vielleicht sehen wir dann auch, wie sich Wirklichkeit entwickelt, wie sich eine geopolitische Ästhetik (Jameson) gestaltet, wo die Verschwörungen sind. Die Kolleg/innen in Göttingen haben gezeigt, dass sich das Motiv Überwachung in der Literatur wiederfinden lässt – jetzt müssen wir rausfinden, was das heißt und was es mit dem Sozialen zu tun, das uns umgibt? Vielleicht decken ja auch wir eine Verschwörung auf, die Wissenschaft als Detektiv auf der Spur der Realität hinter der Realität (Boltanski).

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