Archiv für August, 2009

Neue Statistiken

Es gibt, mal wieder, neue Statistiken über die Zahl der Überwachungskameras in Großbritannien. Außerdem hat die Polizei (mit einiger Verspätung) herausgefunden, dass nicht mehr oder weniger Kameras, sondern besser ausgebildete und bezahlte Beobachter an dem Monitoren entscheidend für Erfolg oder Misserfolg eines Systems sind.

1 Comment 29. August 2009 - 18:25

1000 zu 1

Wie viele Kameras braucht es, um ein Verbrechen aufzuklären? Die Metropolitan Police hat nachgezählt.

Adding comment 29. August 2009 - 18:17

Workshop zu Überwachung – freie Plätze

Im Rahmen der ESF-COST-Action “Living in Surveillance Societies” wird vom 7. bis 9. Oktober 2009 ein Workshop in Hamburg mit internationaler Beteiligung stattfinden. Thema: Surveillance, what? Notions of a concept from different perspectives.

Für diesen Workshop gibt es 10-15 Plätze für Nicht-Mitglieder der COST-Action. Es bietet sich hier die Gelegenheit mit europäischen Wissenschaftlern zusammenzutreffen und zum Thema Überwachung zu diskutieren. Es ist ein Workshop, die aktive Mitarbeit ist also erwünscht.

Kosten: Es können keine Kosten für Anreise oder Übernachtung übernommen werden. Daher richtet sich der Aufruf zu allererst an Studierende und Beschäftigte der Uni Hamburg.

Für die Teilnahme selbst wird ein Beitrag von 20 Euro (10 ermäßigt) erhoben.

Bewerbungen mit einer Kurzbiographie und einem Statement zur momentanen Tätigkeit (oder/und Arbeitsthema / interessen) bitte an:

nils.zurawski @ uni-hamburg.de

Adding comment 28. August 2009 - 11:39

Tagung in Berlin: Überwachung und Kontrolle

Möglichkeiten und Grenzen einer Begrifflichkeit, Praxen der Analyse
Konferenz

Zeit und Ort: Freitag, 18. September 2009, 14:00 Uhr bis Sonntag, 20. September 2009 in Berlin, Helle Panke, Kopenhagener Straße 9

Die Begriffe ‚Überwachung’ und ‚Kontrolle’ stehen hoch im Kurs, wenn es darum geht, unsere Gegenwart zu diagnostizieren. Die damit ins Spiel gebrachten Beschreibungen sind nie harmlos. Sie liefern Orientierungen für eine politische Praxis: Gegner und Probleme werden identifiziert, Zielvorgaben gemacht und Handlungen vorgeschlagen. Umso dringender ist die Frage danach, ob sie überhaupt zu einer kritischen Analyse taugen und dem, ‚was vor sich geht’, angemessen sind. Die Tagung diskutiert gängige Theorien und konkrete Szenarien der Überwachung und Kontrolle wie etwa die europäische Grenzsicherung, das Quartiersmanagement oder die Vergabepraxis von Sozialleistungen und sucht zugleich die verwendeten Modelle und Begriffe kritisch zu reflektieren.

Adding comment 27. August 2009 - 14:46

Überwachung studieren

Mal eine gute Nachricht: Unter Federführung des nimmermüden Gavin Smith bietet die Londonder City University ab Wintersemester 2009/10 den nach eigenen Angaben weltweit ersten MA in Surveillance Studies an. Für sehr kurzfristig entschlossene: Noch sind  ein paar Plätze frei.

The programme critically explores and analyses:
* The origins and growth of surveillance and its raison d’être
* The political economy of surveillance and its cultural context
* Surveillance sites, technologies and techniques
* Theories of surveillance
* Surveillance operation, experience and resistance
* Surevillance policy, regulation and ethics
* Surveillance futures

1 Comment 26. August 2009 - 09:39

Historisches zu Überwachung

cvr

Auch wenn die Zeitschrift I-Spy hierzulande wohl nicht bekannt ist, so ist der Blogeintrag I-Spy on the Pavement lesenswert und mal ein anderer Blick auf Überwachung – nämlich aus einer historischen Perspektive, die sich mit dem Phänomen in der Alltagskultur beschäftigt.

Adding comment 25. August 2009 - 07:54

Vertrauen war mal gut…

… Kontrolle und Misstrauen ist wohl besser, so jedenfalls sieht es Henry Porter in seinem Guardian Blog. Ein paar groteske Beispiele aus dem fürsorglichen Bemutterungsstaat Großbritannien, über die wir hoffentlich nur lachen können und die hier nicht auch noch Realität werden.

Tales of a suspicious society

  • Store stops father buying alcohol (BBC News)
  • Woman, 28, told to prove age to buy pizza-cutter (Telegraph)
  • Mother of BBC star Nicky Campbell banned from taking photographs of her granddaughters (Daily Mail)
  • Parents to undergo checks before having exchange students to stay (This is Derbyshire)
  • Armed police raid innocent mum’s home and suggest brandy to calm her nerves (The Mirror)
  • Parrot that whistles The Sash almost lands owner with an ASBO (Daily Record)
  • Gazette staff stopped by police under Terrorism Act (Evening Gazette)

Adding comment 25. August 2009 - 07:41

Opt out village

Eine herrliche Satire bei Onion Network: Das Opt out village von Google, für den Fall, dass mal jemand wirklich mehr Privatsphäre und Datenschutz will….


Google Opt Out Feature Lets Users Protect Privacy By Moving To Remote Village

Adding comment 25. August 2009 - 07:28

Radiotipp: Zur Debatte

Ein Tipp für Radiohörer: Am morgigen Sonntag , 16.8. um 19:05 Uhr läuft auf RadioBERLIN unter dem Format “Zur Debatte” ein Beitrag zu Videoüberwachung in Berlin: Wie weit darf Überwachung gehen? Leider ohne Wortbeiträge aus Sicht der Surveillance Studies. Zwar hat Christoph Reinhardt, der Autor des Beitrages, sowohl Leon Hempel vom ZTG der TU Berlin als auch mich ausführlich interviewt, konnte unsere Statements aber am Ende nicht unterbringen, weil: Zeitproblem. Das Format ist nicht lang genug.

Jetzt die Preisfrage: (A) Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich partout nicht in mediengerechte Soundbites verpacken und wir sollten uns klugerweise darauf beschränken, Journalisten Hintergrundinfos zu vermitteln. Oder (B): Akademiker sollten endlich  lernen, knapp, verständlich und prägnant zu formulieren, und mögliche Verzerrungen und Einseitigkeiten in Kauf nehmen. Anders gesagt, was ist wichtiger: Langwierige Didaktik oder strategische Rhetorik? Siehe mein Posting zum Buch von Zeh/Trojanow. Und siehe Leons Antwort auf meine Frage zur Rolle der Medien im TAZ-Interview “Transparenz wäre angemessener”.

1 Comment 15. August 2009 - 12:16

Polemik mit dem Hammer: Angriff auf die Freiheit

Ein neues Buch zum Thema Überwachung drängt auf den Markt: Angriff auf die Freiheit. Verfasst haben es die Schriftsteller Juli Zeh und Ilija Trojanow, die gelernte Juristin Zeh hat dabei vor allem durch ihre Verfassungsklage gegen die Speicherung biometrischer Daten im Reisepass bereits Erfahrung in Sachen Bürgerrechte und ihre Gefährdung.

Spiegel Online rührt mit einem Interview und Auszügen aus dem Buch kräftig die Werbetrommel für die Neuerscheinung. Gelesen habe ich es noch nicht und kann daher nur auf die Rezension der Frankfurter Rundschau verweisen, nach der die Autoren ihrem Anliegen “durch Vereinfachungen, schiefe Bilder und überzogene Beispiele” einen schlechten Dienst erweisen.

Weshalb Kritiker der Überwachung glauben, ihre Botschaft nur mit der Holzhammer-Methode durchsetzen zu können, bleibt schleierhaft. Schon Wolfgang Sofskys “Verteidigung des Privaten” war ja als “Streitschrift” betitelt und navigierte ohne eigentliche Sachkenntnis knapp über Stammtischhöhe. Es schadet meiner Ansicht nach der Sache mehr als es nützt, die selben paranoiden Szenarien wie Schäuble & Co. zu entwerfen, oder, um Zeh & Trojanow zu zitieren: “Unwissenheit öffnet das Feld für bodenlose Behauptungen, Wirklichkeitsverdrehungen, propagandistische Irreführungen.

5 Comments 12. August 2009 - 21:56

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