Ist Pre-Crime doch möglich?

Wie der Standard aus Österreich berichtet, wird gerade ein System getestet, das mit Hilfe von Kameras Verbrechen vor der Tat erkennen können soll. Und das ganz ohne Minority Report – es klingt als wenn die absurden Träume britischer Sekurokraten Gestalt annehmen.

Das System trägt den sinnigen Namen Perceptrak – wohl von perception tracking – und da liegt dann ja wohl auch der Hase im Pfeffer, eben im Problem der Wahrnehmung… Wohin eine solche Standardisierung (keine Spitze gegen die Zeitung!) von Verhalten führen kann, kann sich jeder selbst ausmalen – die absurde Einengung menschlicher Entfaltungsmöglichkeiten, könnte zu einer Normierung führen die nichts als eine Karikatur von Gesellschaft produziert oder meint diese vor sich zu haben. Abweichendes Verhalten dürfte bald zur Normalität werden. Mal schauen, ob wir in Zukunft wieder davon hören werden.

Kameras sollen verdächtiges Verhalten erkennen, Standard 2.12.2008

In der Daily Mail gibt es auch einen Bericht mit einen Foto davon und schönen Sätzen, die verdeutlichen, dass vorrausschauende Bekämpfung von Verbrechen der Ausverkauf der Bürgerrechte wäre/ist.

Dazu passt auch dieser Bericht von dradio –“Wenn das Plakat zurückguckt”. Dort geht es um die Technologie von TruMedia, die von der Werbewirtschaft genutzt werden soll, um (noch) mehr über den Kunden herauszufinden – auch die sprechenden Plakatwände waren ein Teil des Films Minority Report. Wozu so etwas noch alles einsetzbar ist, dazu braucht es keine große Phantasie.

Die Software von iCapture funktioniert derzeit nur grob: Die Altersunterscheidung findet lediglich in zwei Gruppen statt: Kinder und Erwachsene. Bis Jahresende will TruMedia auch Senioren gesondert ausweisen können, ab 2009 soll die ethnische Zugehörigkeit von Personen hinzukommen.

Aber wahrscheinlich sind solche Technologien schon fast kalter Kaffee und es wird bereits an anderen gearbeitet, die noch mehr Vorrausschau erlauben und noch tiefer in die Gedanken des Menschen dringen können… sozusagen Nacktscanner fürs Gehirn.

2 comments

  1. matthias sagt:

    naja, so neu ist das ja nicht, bewegungsabläufe mit programmierten mustern zu vergleichen (zb an der grenze eine person mit oder ohne rucksack; fahrzeuge die übliche routen verlassen etc.).

    deviantes verhalten zu erkennen und alarm zu geben hat zb IBM im großen stil bei der olympiade in peking ausprobiert.

    nun sollen auch satellitenkameras helfen, flüchtlinge zu fangen. die flüchtlingspolizei frontex will mit gmes “verdächtige” boote aufspüren, nämlich solche die sich langsam bewegen und keine häfen ansteuren. mehr dazu hier: http://euro-police.noblogs.org/post/2008/10/30/maritime-security-and-satellite-surveillance.

  2. roman sagt:

    Und dann dauerts wieder nicht lange und selbst Privatleute kommen ohne Probleme an diese Technik. Es ist wirklich erschreckend, was in Zukunft auf uns zukommt. Eine Pauschalisierung von Verhalten ist in meinen Augen sehr gefährlich.

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